Samstag, 26. Mai 2012
Kosmonauten des Underground
Sonntag, 6. Mai 2012
Urban Gardening in Berlin
Unterschiede zwischen den Gärten sind auch in ihrem Erscheinungsbild auszumachen. Der ‚Prinzessinnengarten’ ist ein mobiler Garten, der jederzeit umziehen kann: Gemüse und Blumen werden in Bäckerkisten, Reissäcken oder Tetrapacks gepflanzt und nicht direkt in den Boden. Ähnlich ist es im ‚Allmende-Kontor’ auf dem Tempelhofer Feld: Hier ist der Boden vom ehemaligen Flugbetrieb so kontaminiert, dass man nicht direkt in den Boden pflanzen darf. Deshalb haben die Gärtnerinnen und Gärtner aus Holz, Badewannen, alten Schränken und Betten, Blumentöpfen, Waschschüsseln und vielem mehr Hochbeete gebaut. Der Garten ‚Ton, Steine, Gärten’ am Kreuzberger Mariannenplatz gleicht am ehesten einem wenn man so will normalen Garten. Auf den gut 1‘000 qm wurde der Boden vom Bezirksamt saniert, so dass auf dem öffentlichen Grundstück in den letzten Jahren ein schöner, dichter Garten entstehen konnte.
5) Warum denkst du sind urbane Gärten überhaupt ein Thema unserer Zeit?
Es gab grundsätzlich schon immer Gärten in der Stadt. Momentan scheinen sich viele Menschen zunehmend für ihre Umwelt aber auch für ihre Ernährung zu interessieren: Woher kommt mein Essen? Was ist gesund? Die Gemeinschaftsgärten bieten in diesem Kontext einen Ort, an dem über solche Themen diskutiert, wo aber auch praktisch gearbeitet und ausprobiert werden kann. Viele Leute suchen womöglich vermehrt nach Verwurzelung und innerer Ruhe. Gleichzeitig beobachtet die Trendforschung die Suche nach grösseren Freiräumen und Autonomie, aber auch eine Suche nach sinnlichen Erlebnissen. Es reicht einer wachsenden Zahl von Leuten nicht mehr, in den Supermarkt zu gehen und sich ein Produkt aus dem Regal zu nehmen. Sie wollen wissen wie etwas hergestellt wurde, welche sozialen und ökologischen Auswirkungen der Konsum hat. Diese Bedürfnisse können im Garten befriedigt werden. Bei all diesen Betrachtungen darf jedoch nicht vergessen werden, dass es sich bei diesen Leuten, wie bereits oben erwähnt, vor allem um ein gut ausgebildetes, oft akademisches Publikum handelt. Selbstverständlich gibt es auch Gärtnerinnen und Gärtner, die aus weniger gesicherten Hintergründen stammen und das Gärtnern sehr viel pragmatischer betrachten.
Mittwoch, 7. März 2012
Master(oftheuniverse)arbeit
Mein Studium ist bald zu Ende - leider. Als nächstes würde mir jetzt eigentlich ein Philosophiestudium gut tun, also etwas mit Substanz um später einmal noch reicher zu werden. Saustinkreich! Billionaire Philosophers Club! Meine auf den Bahamas zugelassene Yacht wird dann Sokrates heissen und ich höre den ganzen Tag Soft Rock und steuere die Häfen der Vernunft an um kurze Zeit später wieder in die Weiten des undurchschaubaren, mächtigen Unbewussten zu segeln. 30 Punkte habe ich ja schon aus dem Bachelor, also sind es nur noch läppische 90 ECTS bis zum Stardom-Bachelor plus 60 ECTS in Psychologie. Den Master würde ich mir vielleicht sogar schenken - wenn der Vodka Cranberry fair genug ist.
Seit Januar schreibe ich meine Masterarbeit, so sieht es aus. Worum geht es? Um die Governance der Berliner Clubszene. Ich betrachte also Clubs für elektronische Musik in den Berliner Stadtteilen Friedrichshain und Kreuzberg und analysiere sie im Spannungsfeld von Politik und Stadtentwicklung. Weshalb? Weil ich so auf die Gästeliste komme, ja göttlich.
Ich schweife ständig ab, liegt wahrscheinlich an der Güte des Kindness-Debütalbums, das ich mir gerade anhöre. Tatsächlich ist es so, dass die von mir untersuchten Clubs zur sogenannten Kreativwirtschaft (Creative Industries im Englischen) gezählt werden. Diesem Wirtschaftsbereich, und damit auch den Clubs, wird ein beträchtliches Potential für städtische Entwicklung zugeschrieben. Potentiale, die so vielfältig wie teilweise umstritten sind. Man lese hierzu u. a. Charles Landry oder Richard Florida, um nur die beiden bekanntesten Autoren zu nennen. Mit der Kreativwirtschaft verbindet man aber auch "neue" Arbeits- und Gesellschaftsformen. Alles nebensächlich jetzt.
Im Grunde ist es so, dass Berlin das weltweite Zentrum für elektronische (Club-) Musik ist, die Clubs wie wahrscheinlich überall auf der Welt jedoch ständig unter Druck stehen. Ich untersuche nun wie die Clubs, gewisse Intermediäre, Politiker und Behörden (Wirtschaftsförderung, Stadtplanung etc.) agieren, denken etc. und wie sie miteinander in Beziehung stehen. Dies kann man erstmal einfach analysieren. Darauf aufbauend werde ich jedoch auch noch normative Aussagen treffen; also zu erläutern versuchen, welche Strategien, Regelungen und Beziehungsformen die lokale Clubszene realistischerweise stärken könnten.
Heute hatte ich meine ersten Interviews: mit einem legendären Clubbetreiber sowie mit einem Leiter eines Netzwerks von Berliner Clubs. Wenn ich nicht Leute interviewe, sitze ich jedoch meistens in der fabelhaften Bibliothek der Humboldt-Universität. Es gibt davon natürlich mehrere, die Geographie ist jedoch auf dem randstädtischen Campus Adlershof angesiedelt. Die Lage ist zwar relativ lausig, die Einrichtung lässt - zumindest bei mir - jedoch kaum Wünsche offen. Ich kann hier kostenlos eine Arbeitskabine mieten, in welcher es sich wie in einem Büro arbeiten lässt.
Ich will mich jetzt nicht übermässig rühmen - das gehört sich nicht, auch wenn es gerechtfertigt wäre -, aber wenn ich um 9.30 Uhr in die Bibliothek komme und meinen Arbeitstag endlich beginne, sieht es im zentralen Lesesaal oftmals noch so aus:
Ich weiss die orthodoxe Andacht der Bibliothek in Adlershof sehr zu schätzen. No hipsters, no catwalk, no distraction. Just nerds, "monkalikes", or emptiness (Kult: ich verwende das Oxford-Komma!). Und meterweise Regale mit ukrainischen und russischen Büchern über Mathematik (P.S.: die Humboldt-Universtität war während der Deutschen Teilung die Hochschule der DDR, und da denkst du tatsächlich, die hätten angelsächsische Bücher gehabt, haha, nein! Heute gibt es einige wenige, haha.).
Wenn das nur gut kommt mit dieser Abschlussarbeit.
Mittwoch, 12. Oktober 2011
Themen einer Studentenparty in Berlin
Montag, 29. August 2011
Fremdgehen


Sonntag, 17. Juli 2011
Soziale Segregation in Berlin - Neukölln


Montag, 4. Juli 2011
Mieten in Berlin
Gesamthaft erstreckt sich der städtische Wohnungsmarkt von einem Einsteigepreis von unter 4 Euro/qm für einfache Wohnungen in eher schlechten Lagen bis zu 10 Euro/qm. In dieser Bandbreite liegt der Berliner Wohnungsmarkt wesentlich unter den oben erwähnten deutschen Vergleichsstädten. Auf der nachfolgenden Grafik kennzeichnet rot gute Wohnlagen, orange mittlere Wohnlagen und gelb einfache Wohnlagen:



Die Leerstandsquote in Berlin hat sich in der Zeit zwischen 2001 und 2010 auf 3 % halbiert. Zum Vergleich einige Städte in der Schweiz: Zürich 0, 07 %, Lausanne 0,2 %, Genf 0,25 %, Bern 0,45 %, Basel 0,8 %. Begründen lässt sich diese Entwicklung durch eine auf einem niedrigen Stand verharrende Neubautätigkeit und einen Anstieg der Anzahl der Haushalte von über 9 % zwischen 2000 und 2009. Die Folge: Das Angebot wird knapper und die Preise steigen. Immobilienexperten beobachten zudem, dass zunehmend Leute mit Geld nach Berlin kommen wollen. Der Immobilienmarkt brummt; die Stadt verfügt über das größte Potential in ganz Deutschland.
Wie in jeder Stadt sind aber auch in Berlin große lokale Unterschiede auszumachen, Lage matters! Dies sind bezüglich Miet- und Wertsteigerungen die Trendviertel der Stadt:
1. Charlottenburg (Westen, zentral, ruhig, viele Altbauten)
2. Mitte (sehr zentral, viele Attraktionen, teilweise Szeneviertel)
3. Prenzlauer Berg (zentral, viele Altbauten, ehemals Alternativviertel des Ostens)
4. Kreuzberg (Szeneviertel, zentral, dicht besiedelt, traditionell Alternative und Ausländer)
5. Friedrichshain (zentral, viele Altbauten, ehemaliges Arbeiterviertel des Ostens)
Es folgen Schöneberg, Neukölln, Tiergarten, Wilmersdorf und Wedding auf den weiteren Rängen. Mein Stadtteil liegt auf Rang 35 von 80 und ich glaube, dass es ein Spätzünder sein wird welcher abheben wird, wenn die anderen ihr Pulver verschossen haben. Gute Nacht allerseits.
Quellen: Senatsverwaltung Berlin, Tagesspiegel, Handelsblatt, Stadt Zürich
Samstag, 25. Juni 2011
Stadtentwicklung in Kreuzberg


Samstag, 11. Juni 2011
Fremdgang

Samstag, 28. Mai 2011
Kritik einer Konferenz

Dienstag, 26. April 2011
Farben des Frühlings



Samstag, 12. Februar 2011
Tempelhofer Park
Montag, 31. Januar 2011
Papageno
Sonntag, 31. Oktober 2010
Terzo semestre
Samstag, 7. August 2010
Trilogie des Tages

Noch besser schmeckt Club-Mate dann, wenn gleichzeitig Bethany Cosentino von Best Coast ihre sonnigen Songs zum Besten gibt. Ihr erstes, kürzlich erschienenes Album ‚Crazy For You‘ ist wahrscheinlich – noch knapp vor Wavves – die vorzüglichste musikalische Erfahrung, die ein geschmackvoller Erdenbürger in diesem Jahr machen kann. Schon das Berliner Konzert der Band aus Los Angeles war eine Offenbarung für ein einfältiges aber gegenüber kalifornischen Harmonien offenes Gemüt wie mich. Und das Album steht diesem Erlebnis in nichts nach: Schon beim ersten Hören will und kann man die Songs nach halber Spieldauer mit Inbrunst mitsingen! Ich muss deshalb unumwunden gestehen: Als die Scheibe von Best Coast nach meiner Exkursionsrückkehr aus Leipzig fein verpackt im Briefkasten lag, hat mir Bethany nichts weniger als das Leben gerettet. Übrigens ist es von bemerkenswerter Auffälligkeit, dass meine drei aktuellen Lieblingsbands – die Local Natives, Wavves und Best Coast – allesamt in Kalifornien wirken. Es lässt sich daraus leicht resümieren: West Coast is Best Coast!
Vervollständigt wird die samstägliche Trilogie durch eine Kreatur mit dem abscheußlichen Namen Garp…










