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Montag, 16. April 2012

Battleship Berlin


Vor einem Jahr hatten wir uns den schlechtesten Film aller Zeiten angesehen. Da dies nun nicht mehr möglich ist, sahen wir uns halt den zweitschlechtesten Film aller Zeiten an: Battleship! Starring Rihanna.

Wir chillten ins Kino rüber, wie immer.



Zwei Szenen aus dem Blockbuster: Schiff mit Kanonen und Ausserirdischer nach Faustschlag.



Awesomeness! Im Film geht es um ein Ausserirdische, Pearl Harbor, Heldenmut, Bikinis, US Army und Navy. Hintergründig geht es um mehr, aber das ist jetzt heute nicht das Thema. Eine Rezensentin in der englischen Zeitung Guardian sagt: "If you found Transformes just a touch too subtle, this is the film for you." Sie hat recht:


Celebration b!

Montag, 14. November 2011

Neoromantik


Vergangenes Wochenende waren wir im Kino. Wir wollten uns unbedingt Melancholia ansehen, den aktuellen Film des dänischen Regisseurs Lars von Trier. Ich mochte den Film, fand ihn aber gleichzeitig auch bedrückend. Ist ja aber irgendwie auch verständlich, schliesslich dröhnt der Planet Melancholia unaufhaltsam auf unsere Erde zu und droht alles zu zerstören. Zerstören? Jein. Das kommt jetzt eben auf die Leseart an. 


In meiner Leseart weist der Film beträchtliche Parallelen auf zu Tree of Life, dem ebenfalls erst kürzlich aufgeführten Film von Terrence Malick. So wird das Leben in beiden Filmen im Kosmos eingebettet - im grossen Ganzen und im Entstehen und Vergehen von Leben. Dies geschieht einerseits auf visueller Ebene, denn beide Filme blenden immer wieder Bilder oder Filmsequenzen des Universums und anderer extraterrestrischer Phänomene ein. Andererseits geschieht es aber beispielsweise auch durch die Darstellung der Frage, wie die Menschen gewissen unausweichlichen Dingen wie dem Tod und der Liebe gegenüberstehen; wie sie also ihre Rollen in eben jenem ewigen Kreislauf aus Entstehen und Vergehen wahrnehmen.


Interessanterweise zeigen nun auch unter diesem Aspekt beide Filme einander sehr ähnliche Muster. Im Falle der Hauptfiguren von Melancholia leiden in Anbetracht des unaufhaltsamen Schicksals allen voran der wissenschaftsgläubige John und dessen im Alltag erfolgreiche und pragmatische Frau Claire. Bei Tree of Life wiederum sehen wir insbesondere Brad Pitt in der Rolle des strengen und autoritären Familienvaters Mister O'Brien mit dem Verlust seines Sohnes und dem Zustand der Gesellschaft hadern. Allgemein interpretiert zeigen die beiden Filme deshalb meines Erachtens das Scheitern respektive Leiden und die Überforderung rationaler und vernunftorientierter Menschen. Die in der "normalen Welt" depressive Justine erträgt das Schicksal als instabile und emotionale Person im Angesicht von Melancholia jedenfalls wesentlich besser als ihr Lebensumfeld. Und auch in Tree of Life liegt die Erlösung für Herrn O'Brien quasi im Loslassen vom Rationalen.

Ist es Zufall, dass gerade in dieser Zeit zwei solche Filme produziert werden, die dann auch noch ausgezeichnet und vom Publikum sehr gut angenommen werden? Oder steckt dahinter vielleicht ein Unbewusstes? Etwas was die Kollision zweier Planeten potentiell nicht als Zerstörung betrachtet, sondern als etwas Unbewertetes? Wird hier sowohl durch die bloße Produktion solcher Filme als auch durch deren Inhalt bewusst oder unbewusst auf eine Abkehr von der Fokussierung auf das Rationale hingewiesen?

Die "westliche" Welt der Gegenwart wird geprägt von ökonomischen und politischen Krisen, von Markt- und Staatsversagen wie der Ökonom sagen würde. Dazu kommt, man vergisst es fast, die vermeintlich menschgemachte Krise der Natur. Diese Krisen und die ihnen zugrunde liegenden Mechanismen übersteigen dabei aufgrund ihrer immensen Komplexität das Vernunftvermögen von vermutlich fast allen Menschen. Dies kann von den Individuen wiederum und vorrangig unbewusst als Scheitern der Rationalität und Vernunft aufgefasst werden. Das Resultat wäre dann wahrscheinlich die schrittweise Abwendung der Menschen von diesen Paradigmen.


Wie kann diese Abkehr aussehen? Ein Beispiel könnte vielleicht das urbane Gärtnern darstellen. Was ist nämlich die Motivation der urbanen Gärtner? Ich weiss es natürlich nicht, vermute aber, dass es mit einer Sehnsucht nach Natur und Erdverbundenheit zu tun haben könnte. Dahinter, also hinter dieser Sehnsucht, steht möglicherweise eine Abwendung vom Rationalen und Vernünftigen, eine Hinwendung vom überfordernden Komplexen hin zum erfahr- und lebbaren Einfachen. Oder von mir aus eben gerne auch zum Mystischen, zum Wunderlichen, zum Emotionalen und Ungeordneten. Zu was auch immer; Hauptsache es sprengt die Maximen der Rationalität und Vernunft.

Bei mir selbst beobachte ich ebenfalls seit einigen Monaten eine große Lust auf die Lektüre von Arthur Schopenhauer. Ich rufe deshalb den Dezember auch gleich zum Schopenhauer-Monat aus. Zudem platziere ich meine Wette auf die Formung einer Epoche der Neoromantik - falls die Welt nicht vorher untergeht. Oder glaubt wirklich jemand ernsthaft daran, dass es Zufall ist, dass Melancholia ganz oft in einem blauen Farbton daher kommt und Tristan und Isolde eine dermassen prominente Rolle einnehmen? Arthur doesn't care anymore anyway.


Montag, 24. Oktober 2011

City of London


Die City of London ist ein seltsames Stück Land. Oft wird sie nur City genannt oder Square Mile, denn letzteres entspricht fast ihrer tatsächlichen Größe. Auf diesen umgerechnet etwas weniger als drei Quadratkilometer leben auch nur gut 11'000 Leute. Dementsprechend ruhig ist es in einzelnen Ecken der City am Wochenende auch. Unter der Woche sieht es allerdings anders aus.

Gemäß der  städtischen Behörde arbeiteten 2008 etwas über 300'000 Menschen in der City, wovon alleine 50'000 im Bankwesen beschäftigt waren. Um die Jahrtausendwende waren es sogar noch über 20'000 Banker mehr, die sind aber vermutlich in Horden nach Canary Wharf "strafversetzt" worden, wie es unser Gastgeber bei einer Investmentbank in der City wohl ausgedrückt hätte.

Die City konkurriert hinsichtlich ihrer räumlich extrem gebündelten Bedeutung als Knotenpunkt internationaler Finanzströme eigentlich nur mit der New Yorker Wall Street. So ist London beispielsweise der bedeutendste Handelsort der Erde für Devisen: 2007 wurde über ein Drittel aller weltweiten Devisenhandelsgeschäfte über London abgewickelt. Und heute habe ich in der S-Bahn im Economist gelesen, dass 70 % aller globalen Aktienhandelsgeschäfte über London, New York und Hong Kong laufen würden. Was wir hier sehen, ist das in meinem kürzlichen Blogpost über Canary Wharf angedeutete Phänomen der Global Cities, welche Kontroll- und Steuerungsfunktionen der Weltwirtschaft räumlich bündeln.

In den letzten Jahren entstanden im Einklang mit diesem Geschäftsmodell nun zunehmend und gegen den vermutlich erbitterten Widerstand von English Heritage eine Reihe mehr oder weniger spektakulärer Bürohochhäuser. Das bekannteste ist zweifellos die Gurke von Norman Foster, über den mein Chef kürzlich aus mir noch nicht bekannten Gründen geflucht hat. Auch wenn es niemanden interessieren dürfte, aber ich war und bin seit Beginn der Bauarbeiten begeistert von diesem Gebäude und empfehle deshalb auch den Film über die Entstehungsgeschichte der Londoner Ikone der 2000er Jahre.


In unmittelbarer Nähe (auf dem Foto unten sieht man die Gurke im Hintergrund) steht auch das für die Postmoderne symbolische Lloyds Gebäude vom zweiten Stararchitekten aus London, Richard Rogers.


In den nächsten Jahren werden insbesondere mit dem Pinnacle (288 Meter) und dem Walkie Talkie (160 Meter) noch weitere relativ bemerkenswerte Gebäude errichtet werden und der City damit endgültig ein CBD-Gesicht mit Einzelgebäuden aus unterschiedlichsten Architekturepochen verpassen - ein bemerkenswerter Unterschied beispielsweise zu den Retorten-Geschäftsvierteln wie Canary Wharf, die aufgrund ihrer in kurzer Zeit erfolgten Entwicklung zumindest heute noch eine meist ziemlich einheitliche Architektursprache sprechen. In der City ist das wie gesagt anders. Hier trifft Steinaltes (auf dem untersten Bild: St. Paul, Englands Heiligtum, so gesehen vom Dach des Einkaufszentrums One New Change) auf Futuristisches.




Drei Anmerkungen wollte ich noch machen, die indirekt viel mit der City zu tun haben und die ich für erwähnenswert halte insbesondere für Vergleiche mit meiner Wahlheimat Berlin.

1) In U-Bahnen fand ich auf zahlreichen Fahrten durch die Innenstadt Londons nur zirka zweimal einen Sitzplatz. Uhrzeit egal.
2) Geschätzt auf jeder zweiten Fahrt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln sah ich mindestens ein iPad von Apple in meiner nahen Umgebung.
3) In London laufen sehr viele Leute in Anzügen durch die Stadt.

Berlin hat keine City - und zwar nicht erst seit gestern. Das Verhältnis, wie oft ich bei meinen Fahrten mit dem öffentlichen Verkehr einen Sitzplatz finde, ist hier etwa das Gegenteil: Auf zahlreichen Fahrten finde ich zweimal keinen Sitzplatz. Morgens auf dem Weg zur Arbeit stehe ich einmal im Monat. Die Tablets von Apple sehe ich so gut wie nie. Dasselbe gilt für Leute in Anzügen, sie sind eine seltene Spezies in den allermeisten Stadtteilen.

Insbesondere der iPad-Index dürfte relativ aussagekräftig sein hinsichtlich der ökonomischen Power und Bedeutung einer Stadt. Das Gerät ist ziemlich teuer, man braucht es nicht wirklich - aber es ist saugeil und zurzeit noch ein ziemlich begehrtes Statusobjekt. Deshalb ist es für mich irgendwie ein bisschen zum Symbol dieser London-Reise geworden.

Und im Übrigen gefällt mir die Entspanntheit Berlins ja im Grunde genommen ganz gut. Besonders das Platzangebot in öffentlichem Verkehr und auf Straßen ist mehr ein Segen als etwas anderes. Die Stadt mit ihren über drei Millionen Einwohnern wirkt nach London fast wie ein verschlafenes Dorf. Aber die Anzüge fehlen mir schon ein wenig. Klar, sie mögen für manche Symbol des verhassten Kapitalismus sein. Das ist mir in erster Linie jedoch erstmal nicht so wichtig. Zudem kann Entspanntheit leicht mit affiger Nachlässigkeit verwechselt werden. Ich begrüsse die Präsenz von Anzügen und Krawatten schon alleine aus ästhetischen Gründen. Viele Leute sehen darin einfach besser aus und die städtische Szenerie gewinnt durch talentierte Anzugträger ein mir willkommenes Mehr an Eleganz und Haltung. Das Problem ist bloss, dass mehr Anzugträger eine stärkere Wirtschaft bedeuten, was einen höheren Druck auf den Immobilienmarkt bedeutet, was in der Tendenz weniger Freiräume bedeutet, was weniger Clubs wie das About Blank oder die Renate bedeutet, was weniger Einzigartigkeit für Berlin bedeutet. But there is no such thing as a free lunch.


P.S. Am Samstag waren wir im Kino und haben uns Margin Call angesehen, den Film über die Tage vor dem Untergang der Investmentbank Lehman Brothers. Sehenswert! Der Equitiesfloor in der Investmentbank, welche wir vorletzte Woche in der Londoner City besuchten, war einiges schöner als der schmuddelige Floor der Brothers in Manhattan. Aber in beiden Fällen sitzen die BSD ja sowieso auf dem Bondfloor, nicht wahr, Herr Lewis?

Freitag, 21. Oktober 2011

Stadterneuerung: Stratford London

Gestern machte ein Artikel über die Stadterneuerung in den Londoner Docklands den Auftakt in meine kleine London-Serie. Nach diesem Projekt mit Wurzeln in den 1980er Jahren folgt nun heute als Fortsetzung ein Artikel zum zeitgenössische Stadterneuerungsbeispiel in Stratford.

Historisch betrachtet war Stratford eine landwirtschaftliche Ortschaft im Nordosten Londons. Mit der Industrialisierung und dem Aufkommen der Eisenbahn wurde es besonders im 19. Jahrhundert zu einem Schwergewicht industrieller Fabrikationen. In einem größeren Zusammenhang lässt sich wohl sagen, dass der Osten Londons prädestiniert war für industrielle Ansiedlungen. Zentral bestand schon seit römischen Zeiten die auf Handel und Kommerz ausgerichtete City of London, und im Westen entwickelte sich früh die City of Westminster, das die City ergänzende Zentrum für Kirche und Politik. Somit gehe ich davon aus, dass die alte Stadtentwicklung im Zusammenhang mit Geist und Adel ähnlich wie in Berlin westlich ausgerichtet war. Da zudem oftmals ein von Westwinden geprägtes Klima herrschen dürfte, war die Industrie im Osten schon aus zwei Gründen ideal platziert. Schlussendlich fließt im Gebiet von Stratford auch der River Lea, welcher in der Industriezeit vermutlich Quelle für Energie und Auffangbecken für Abwässer war.

Stratford war also eine Arbeitergegend und dementsprechend entstanden auch in der Nachkriegszeit noch einfachere Wohnblocks, welche mich unweigerlich an englischen Grime oder Hooligan House Marke Audio Bullys denken ließen.


London als Gesamtstadt ist gegenwärtig aber eine Global City und scheint zudem aus allen Nähten zu platzen. Es macht aus dieser Perspektive also möglicherweise durchaus Sinn, Edge Cities zu entwickeln, um, so die Hoffnung, das Zentrum zu entlasten und die Stadt „dezentral zu zentralisieren“ wie der Schweizer sagen würde. Die Londoner haben dafür den London Plan entwickelt, und Stratford spielt in diesem städtebaulichen Entwicklungsprozess eine wesentliche Rolle.

Der erste massive Eingriff hinsichtlich die Neugestaltung des Gebiets war der Bahnhof Stratford International, der 2009 eröffnete und an welchem fortan Eurostar-Züge der High Speed 1 von London auf das europäische Festland – oder auf den Mars, aus Sicht der Engländer – einen Halt einlegen sollten. Bislang tun sie dies aus betriebswirtschaftlichen Gründen allerdings nicht; kein guter Start also für die Entwicklung einer für London zentralen Edge City.

Nichtsdestotrotz folgen nächstes Jahr die olympischen Sommerspiele in London-Stratford. Diese Spiele bedeuten, wie aus anderen Städten wie vor allem Barcelona deutlich wurde, eine vermutlich einmalige städtebauliche Chance. Sie passen deshalb auch passgenau in das städtische Top-Down-Entwicklungskonzept für Stratford. Dass Olympia eine massive Restrukturierung des Gebietes bedeuten würde, begriff 2005 auch der Regisseur Paul Kelly. Er produzierte deshalb damals den poetischen und sehenswerten Kurzfilm „What Have You Done Today, Mervyn Day?“ – inklusive wundervoller und von Saint Etienne komponierter Filmmusik, die mich schon 2005 und ohne das Gebiet jemals persönlich gesehen zu haben berührt hatte.


Schaut man mit den Augen von Mervyn Day auf die Baustelle, lassen sich bereits heute übergroße Außerirdische erkennen, die im Lower Lea Valley gelandet sind und über die 2012 weltweit berichtet werden wird. Besonders der rote, skulpturale Orbit-Turm von Anish Kapoor wirkt heute irgendwie zusammenhangslos in den Raum geworfen und lässt bei mir die Vermutung aufkommen, dass hier jemand um jeden Preis auffallen will.



Neben Verkehrsinfrastruktur und Olympia werden auch weitere Einrichtungen gebaut, von denen man offensichtlich zu glauben scheint, dass sie benötigt werden. Das wären einerseits eine der größten Shopping-Malls Europas: Westfield Stratford City. Andererseits entstehen zurzeit auch zahlreiche zeitgenössische Wohntürme mit solch vielsagenden Namen wie beispielsweise dem unten abgebildeten Genesis. Sicherlich handelt es sich allen Wohnungen um „luxury condos“ oder „stunning penthouses“ oder so. Wie immer halt bei solchen Projekten *gähn*.





Inwiefern diese Regeneration nicht nur das räumliche Bild, sondern auch die Sozialstruktur verändern wird, bleibt offen. Einen diesbezüglicher Artikel der englischen Zeitung Guardian zeigt jedoch bereits, in welche Richtung es bislang zu gehen scheint.

Gerne würde ich jetzt zugeben, dass mich die Bilder der internationalen Sportstätten-Architektur, der unverwurzelten Skulptur von Anish Kapoor und die Young-Professionals-Türme in Stratford irgendwie melancholisch gestimmt haben. Aber damit oute ich mich doch irgendwie auch nur als neokonservativer und nostalgischer Sozialromantiker oder dergleichen. Denn: was bedeuteten denn die Fabriken damals, als sie neu waren? Etwa etwas anderes als die Gebäude und Strukturen von heute? Früher war es der Landwirt der klagen konnte wenn die Zukunft unvermittelt über ihn hereinbrach, gestern war es der Arbeiter, im Hier und Jetzt sind es die letzten verbliebenen Arbeiter oder der Künstler in der verlassenen Fabrik. Und morgen wird das Klagen dann vom einfachen Dienstleister stammen und übermorgen vom Engländer.

Irgendwann wird der Orbit-Turm vermutlich Kulturerbe darstellen oder was weiß ich. Deshalb denke ich manchmal, dass alles, was wir machen sollten der Versuch ist, den in Schüben auftretenden aber eigentlic ständigen Wandel mit Würde zu meistern, was auch immer das für den Einzelnen bedeuten mag. Oder wie es die Stimme am Ende des Films sagt: „People say it’s all gonna change. But the Lea Valley is always been about change.“

Mittwoch, 7. September 2011

Electronic Music Journeys


Resident Advisor, ein Informations- und Unterhaltungsportal erster Güte für elektronische Musik und Clubkultur, hat vor nicht allzu langer Zeit eine Serie von Videos über Städte und deren elektronische Musikszenen gestartet. Wer regelmässig mein Blog besucht weiss, dass ich sehr viel Wert lege auf die Verknüpfungen von Stadt und Musik. Und da ich die drei bisher entstandenen Filme als durchaus empfehlenswert beurteile, möchte ich an dieser Stelle unbedingt darauf aufmerksam machen.

Was ich beispielsweise bemerkenswert - aber keineswegs überraschend - finde, ist die Zunahme an "Hipstertum" von Detroit über Bristol bis Berlin. Wenn ich mir einen Beitrag wünschen dürfte, dann wäre es, glaube ich, erstmal Neapel. Etwas wunderbar abseitiges und nicht so offensichtliches wie wohl bald Chicago, London, NYC oder Glasgow. Hamburg wäre auch schön! Ich liebe den Deep House der Hansestadt. Aber egal jetzt, schaut euch die Beiträge an!

Real Scenes: Bristol from Resident Advisor on Vimeo.


Bristol ist seit Jahren ein Reiseziel von mir. Ich muss es endlich mal dorthin schaffen! Kann doch nicht so schwierig sein...

Real Scenes: Detroit from Resident Advisor on Vimeo.


Kyle Hall ist die Zukunft. Mike Huckaby ist ein Held. Kauft euch alle seinen Remix von "Change" von Norm Talley von der EP "Detorit Beatdown Remixes 1:1". Pure Bliss! Pure Detroit! Pure Space! Pure Love! Und wer jetzt sagt "Geht ja nicht ab Dicker!" schick' ich zum Mond.

Real Scenes: Berlin from Resident Advisor on Vimeo.


Ach, Börlin.


Und übrigens, die Serie sollte wie oben angedeutet fortgesetzt werden. Am einfachsten hier.

Montag, 29. August 2011

Fremdgehen

Zurzeit schreibe ich regelmässig für ein zweites Blog einige Artikel zu Themen wie Place Management und Branding sowie Urban Development. In der letzten Zeit habe ich dort die drei folgenden englischen Artikel verfasst.

Der aktuellste Artikel beleuchtet die städtebauliche Entwicklung in Örestad, einem neuen Stadtteil der dänischen Hauptstadt Kopenhagen. Zwar habe ich auf diesem Blog auch schon mehrfach zu diesem Gebiet geschrieben, doch behandelt mein neuster Post noch andere Aspekte im Zusammenhang mit dem Bereich 'Urbanism'.
Der zweite Artikel handelt von Schweizer Städten und deren Versuch, die Innenstadtlagen konsequent zu ästhetischen Freilichtmuseen zu entwickeln. Die Leitfäden, welchem Design eine Außenbestuhlung von Gastronomiebetrieben gerecht werden soll, sind meines Erachtens - wie eigentlich alles im Leben, nicht wahr (?) - eine zweiseitige Geschichte. Alles ist immer eine Frage der Perspektive und Argumentationsebene.

Schlussendlich habe ich in einem dritten Artikel noch einige Worte zu Destination Branding durch die Filmindustrie verloren. Denn, mal ehrlich: gibt es jemanden, der Neuseeland nicht mit der Filmtrilogie 'Herr der Ringe' in Verbindung bringt? Der (touristische) Jackpot für die Kiwis! Andere Orte, andere Filme oder TV-Serien, anderes Image. Fazit: Die Habaschen in Hollywood sollten lernen, dass auch ihr Tun böse Konsequenzen haben kann. Deshalb plädiere ich ja auch schon seit Jahren dafür, dass es nur noch Filme mit positiver Message geben sollte. Alles andere können wir uns volkswirtschaftlich in diesen schweren Zeiten einfach nicht mehr leisten. (*Räusper!*)

Sonntag, 24. Oktober 2010

Life-Enhancing

1: "Building Bern" war ein tolles Geschenk meines Vaters gegen Ende letzten Jahres. Vor ein paar Tagen habe ich die Sammlung durch den zweiten Band "Zürich wird gebaut" erweitert und komplettiert. Diese beiden Büchlein zeigen architektonische Werke aus den beiden Städten, und zwar jeweils im Zeitraum 1990-2010.


2: Mit dem Herbst kommen bei mir auch die Kerzen. Deshalb habe ich diese meines Erachtens sehr schönen Kerzenständer gekauft und sie zum Kastanienbaum im Innenhof gestellt. Erhältlich sind die "Blomster" genannten Objekte bei IKEA.


3: Nur noch ein paar Tage läuft die Ausstellung der berühmten Fotografin und Kunsthändlerin Marianne Breslauer. Das Poster habe ich mir in der Berlinischen Galerie gekauft, i love it!


4: Zurzeit ist es für mich nicht einfach, den Samstagabend ausser Haus zu verbringen. Der triviale Grund dafür ist die Serie "Breaking Bad", welche immer ab 22 Uhr auf ARTE läuft. Die Frage ist bloss: "Willst du kochen?"


5: Doch nicht nur Serien produzieren können die Amerikaner. Auch singen. Drei meiner aktuell bevorzugten Bands sind Glasser, Dylan Leblanc und Twin Shadow. Check out their music!



Montag, 8. März 2010

Danke, Fritz!

Heute Abend waren wir im Kino. Ins Kino zu gehen ist ein grosses Vergnügen hier in Berlin! Die Preise sind tief - gut 5 Euro für ein Eintritt - und unser immens grosses Multiplex-Kino um die Ecke ist fast immer leer. Heute Abend beispielsweise waren wir geschätzte 10-15 Gäste in einem Saal für wahrscheinlich knapp 300 Leute.

Dass so wenig Publikum da war ist aber eigentlich eine Schande. Der Film 'The Ghostwriter' von Roman Polanski ist nämlich ein ausgezeichnetes Werk: sehr schön produzierte Bilder, ein wunderbarer und hervorragend abgestimmter Soundtrack, eine Handlung, welche die ganzen 2 Stunden lang keinen Anflug von Langeweile aufkommen lässt und überdies auch überzeugende schauspielerische Leistungen. Wenn ich da an 'Avatar' zurück denke, gütiger Himmel. Thumbs up for the Ghostwriter! Kein Wunder also, dass dieser Film an der diesjährigen Berlinale den Silbernen Bären für die beste Regie zugesprochen bekam. Oder Moment, könnte dies am Ende vielleicht doch eine politische Aktion gewesen sein - Polanski, Schweiz, Verhaftung, USA & CIA, Künstlerrevolte...?!


Überdies kann man in Berlin nicht nur grosses Kino erleben, auch zu Hause lässt es sich ganz angenehm Filme schauen. Diese Erkenntnis verdanke ich meinem geschätzten Kommilitonen Fritz. In einem lapidaren Nebensatz erzählte er mir von seinen regelmässigen Ausflügen in die Videotheken dieser Stadt. Ich, Schweizer von Herkunft und Gesinnung, stutzte natürlich bei dieser Aussage.

Aber dieser Fritz hatte Recht, Videotheken sind fair! Jedenfalls hier in Berlin. Der Preisvergleich: Ein (1) Film - egal ob neu oder alt - kostet in einer Filiale der Videothek meines Vertrauens 1.50 Euro für einen Tag. In Bern (Strichprobe!) kostet ein alter Film für die selbe Ausleihdauer mehr als 4.50 Euro, ein neuer Film sogar über 6.50 Euro. Günstiger wird es nur am Automaten. Ich nehme an, dass sich daraus erklärt, weshalb ich in Bern nie in Videotheken ging.

Noch ein Gedanke dazu: 4.50 Euro sind das dreifache von 1.50 Euro, 6.50 Euro sogar das 4.3333-fache des Berliner Preises. Verdienen die Schweizer drei- bis 4.3333 mal mehr als die Berliner? Kostet ein Angestellter in einer Schweizer Videothek drei- bis 4.3333 mal mehr als jemand, der diese Arbeit hier in Berlin erledigt? Oder sind die Mieten in Bern oder Münsingen so astronomisch hoch? Die Abgaben, Steuern, Versicherungen, Bestechungsgelder? Ich frage mich, wohin diese Gelder fliessen. Gilt ähnlich übrigens auch für den Besuch beim Coiffeur. Hier 15 Franken um die Ecke für Herren und - Achtung, jetzt kommts (!) - Damen, zu Hause 40 Franken für Herren und ein kleines Vermögen für Damen.