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Sonntag, 15. April 2012

Jacob Bloom Spotted!


I spotted Jacob Bloom in Berlin! He is a young beat-maker out of Switzerland. Check out his first two productions on the iPad right here on Soundcloud. He's gonna be big in 2014 - you heard it here first! Watch out for more.






We just chillin'.

Untitled


Die letzten Tage nahm ich frei. Nachfolgend seien einige geistreiche Aktivitäten der Berliner Freizeit genannt.

Restaurant 3 Minutes sur Mer: Hier haben wir im modern interpretierten und stilsicher möblierten Bistro getafelt (Fotos hier!). Das Essen - ein Entrecôte begleitet von Pommes Pont Neuf und einem raffinierten Bohnenragout, gefolgt von einer wunderbaren Crème Brûlée - war sehr gut. Gleiches gilt für die Getränke: ein Kir Royal, stimmig kühler Roséwein sowie als besonderes Qualitätszeichen die umsonst servierte Karaffe Leitungswasser. Auch der Service überzeugte durch Freundlichkeit und Zuvorkommenheit, leistete sich jedoch auch einige kleinere Fehler, was aber sympathischer ist als tadelloser und distanzierter Service. Grund zum Nörgeln gab einzig unser Tisch. Als unbekannte Neugäste setzte man uns nach der telefonischen Reservation an einen der schlechtesten Tische des zugegebenermassen kleinen Lokals. Wir sind halt an der Torstrasse in Berlin-Mitte, schon klar. Sollte ich wieder einmal dort reservieren, werde ich meine Bitte mit den Worten beginnen, dass ich gerne einen Tisch für drei Mitglieder des Soho House Berlin haben möchte. Dann werden wir sehen, ob wir wieder in der Mitte des Raumes oder an prominenterer Lage platziert werden. Der vermeintliche Serien-Schauspieler war jedenfalls keineswegs besser angezogen als unsere Wenigkeiten. Nevertheless: Ich empfehle das Lokal. Merci Sünni!



Ausstellung Pacific Standard Time: Wir besuchten bei typischem Aprilwetter ebenfalls eine Ausstellung über Kunst im Los Angeles der 1950er bis 1980er Jahre. Die Ausstellung findet bis Mitte Juni im Martin-Gropius-Bau statt, ich empfehle sie - und ich empfehle Soft Rock. Zu den Höhepunkten zählen Architekturfotos von Julius Shulman sowie einige Gemälde von Ed Ruscha, David Hockney sowie Lee Mullican.

Ist das an dieser Stelle nicht schön? Es passt wie die Faust aufs Auge:


Aber lassen wir das.

Voo Kreuzberg: Ferner besuchten wir ebenfalls diesen Konzeptladen an der Kreuzberger Oranienstrasse. Voo zählt mit Sicherheit zu den schönsten Läden die ich kenne. Sie bieten in wunderbarem Raumsetting Kleidung und Schuhwerk u. a. von Wood Wood, Vibskov oder New Balance an; es gibt Magazine, Schreibwaren, Schmuck, Wohnaccessoires und ausgezeichneten Kaffee an der hauseigenen Bar. Gegönnt habe ich mir noch das Berliner Zeitdokument in Buchform: Freunde von Freunden. Ich empfehle sowohl den Laden als auch den Blog Freunde von Freunden.

Farbfernseher: Letzten Donnerstag legten in diesem kleinen aber feinen Kreuzberger Lokal unweit des Kotti Slow Hands und Eli von Soul Clap Platten auf. Dopeness! Am Montag 30. April kommt fast die ganze Gang ins Watergate.




Sonntag, 4. März 2012

SV Babelsberg International


Gestern Samstag war ich, ganz Mode- und Schönwetterfan, endlich wieder bei einem Spiel des SV Babelsberg 03. Leider gibt es über das Spielgeschehen kaum etwas zu berichten. Ich kann mich, ehrlich gesagt, an keine einzige gefährliche Torchance der Gastgeber erinnern und auch der Spielaufbau hatte im wahrsten Sinn des Wortes Sand im Getriebe; 3. Liga Glamour. Die Gäste aus Chemnitz wiederum verzeichneten immerhin einen Lattenschuss. Zu mehr reichte es aber, erfreulicherweise, auch ihnen nicht. Wer nun 1 und 1 zusammenzählt weiß, dass daraus 0 und 0 resultiert. Herrlich logisch, nicht wahr?

Interessanter war es auf den Rängen. Diese Globalisierung ist einfach bemerkenswert: sie erreicht heutzutage - Vladimir Putin mag es immer noch nicht glauben - nicht nur russische Städte und Steppen (Gott segne sie!), sondern auch die Niederungen des europäischen Fussballs. Auf der Babelsberger Nordkurve hört der gepflegte Biertrinker die folgenden Sprachen gegrölt: Italienisch, Französisch, Englisch, Spanisch und, ohne Kohl, Deutsch! Und ich spreche nicht von den Sprachen der Zuschauer, die sprechen meines Ermessens alle Deutsch oder eine dieser Sprache verwandte Ausdrucksweise. Ich spreche von den Chorälen der Fans.

Aber eben, die Kurven werden ja auch kaum mehr von Kutten dominiert. Die sucht man im 152. Todesjahr meines geliebten Schopenhauers vielerorts vergeblich. Heute stehen nach Italien schielende Ultras neben von England inspirierten Casuals, Hools und Fools. Und mittendrin: die von Südamerika träumenden Pazifisten und Antifaschisten. Nur eins erklärt sich mir einfach nicht auf Anhieb: weshalb um Himmels Willen Französisch? Ist es die Revolution? Ist es vielleicht die Liebe zum französischen Duschen? Oder gar die Hoffnung auf Francois Hollande, der, ich kann es kaum fassen, nur noch halb so schwer ist wie damals, als er noch mit Ségolène verheiratet war. Und noch was: warum kein Russisch? Ist das vielleicht auf der Ostkurve en vogue? Davai 03! Und beim nächsten Mal sollte ich vielleicht auch ein Berner Lied anstimmen.

Aus den Stadien in Italien oder England oder Russland kenne ich diesen babylonischen Sprachenknäuel nicht. Dort singt man, wenn ich mich nicht irre in meinen greisen Tagen, einfach in der Landessprache. C'est tout. Ich kenne das sonst nur aus der Schweiz, und dort fand ich es verständlich weil wir so ein kleines und daher oftmals auch nach außen orientiertes Land sind. Wir müssen uns Inspirationen quasi aus dem Ausland holen, oder sie werden durch Immigration zu uns gebracht, v. a. aus Italien. Aber warum singt Babelsberg in fünf Sprachen? Wie dem auch sei, gestern gegen Chemnitz war diese kosmopolitische Kurve auf jeden Fall besonders wohltuend. Und dann hing dort im Westen auch noch ein Banner der Bulldogs vom GCZ. Oje.

Leider habe ich keine Fotos. Das Spiel war wie gesagt nüscht. Aber die teilweise herrlichen Leute hätte ich gerne fotografiert. Habe mich aber nicht getraut und deshalb gibt es jetzt  fünf zufällige Fotos und drei göttliche Listen.






Drei Mixes die ich gerade höre: Bossa Nova and beyond from Brazil, Soft Rock und Yachtness aus den USA sowie Bass Musik von der Insel.

Drei Tumblrs: Substance, Minimal Me und Newy-rk.

Zur Förderung hypnagogischer Erfahrungen oder zum Spliff oder so, mir egal: Grouper, Big Deal, Washed Out.

Sonntag, 13. November 2011

Hipster's Paradise


Ehrlich gesagt wusste ich nicht, auf was ich mich mehr freuen sollte - auf die preislich reduzierten Markenkleider oder auf das sich abzeichnende soziokulturelle Spektakel in den weiten Industriehallen auf dem Berliner Arena-Gelände... Die Antwort bekam ich dann aber schneller als mir lieb war.

American Apparel, die sagenumwobene Bekleidungsmarke aus dem sonnigen Los Angeles, rief die Berliner auf zu einem Fabrikhallen-Ausverkauf. Schon auf den Werbeinseraten stand "freier Eintritt"; man konnte sich also denken, welche Inszenierung sich die Kalifornier wohl ausgedacht haben mögen. Hollywoodreif. Oder hat irgendjemand in seinem Leben schon mal Eintritt bezahlt, um in einem Laden Kleidung zu kaufen? In Ordnung, zugegeben, dieses Warehouse-Sale-Wochenende dürfte für die Gerüchten zufolge in finanziellen Nöten steckende Kultmarke erhebliche logistische Kosten bedeuten. Aber trotzdem: ich würde zweifellos keine 5 Euro Eintritt bezahlen für eine Halle voller Restposten. Aber man weiss ja: es gibt nichts was es nicht gibt. Vielleicht wäre es betriebswirtschaftlich sogar sinnvoll gewesen, einen bescheidenen Eintrittspreis zu verlangen - vorgetäuschte Exklusivität und so. Einige Leute wären dann zwar wohl empört draussen geblieben. Andere hätten sich aber vermutlich gesagt: "Mensch, wenn ich schon Eintritt bezahlt habe, will ich jetzt aber auch etwas kaufen. Sonst lohnt sich das ja nicht!" Herrlich. Vor dem Eingang standen auf jeden Fall Absperrungen und Türsteher, die ganz sicher nicht zur Zielgruppe von AA gehören.


Dass diese Veranstaltung ein Event sein würde und kein simpler Kleiderverkauf war spätestens nach dem Passieren der Schranken klar. Der Türsteher wollte mich zuerst gar nicht reinlassen, ich hätte zu breite Hosen an und trüge keine Jutetasche, bemerkte er. Kleiner Scherz am Rande, haha. Drinnen dröhnte um 10 Uhr morgens Elektro, wie die Jugend von heute sagen würde. Etwas streng für mein Gemüt. Aber wir sind ja in Berlin, also war wohl einfach After Hour.

Obwohl die Fabrik erst seit einer knappen Stunde geöffnet hatte tobte erwartungsgemäss bereits ein Kampf um die wenigen Filetstücke. Die Botschaft wurde offensichtlich erhört! Bei einigen Zeitgenossen hatte ich den Eindruck, dass sie im Takt der Musik Kleidungsstücke in ihre Warenkörbe packten, also mit mindestens 130 BPM. 


Die Frage, ob mich nun die angebotene Ware oder das aufgeführte Spektakel mehr in den Bann reissen würde, war, wie wahrscheinlich schon erraten werden konnte, nach wenigen Minuten geklärt. Beachtenswerte Mode fand ich kaum welche, zügige Hipster hingegen in einer noch selten gesehenen Dichte. Das war ja schön. Andererseits ist es aber machmal auch ernüchternd, wenn die Überraschung ausbleibt und sich das vermeintliche Klischee als ungeschminkte, gnadenlose Realität präsentiert. Aber: who cares, das Universum ist fair; schnappte sich einen Schal und stellte sich in die Warteschlange.


Nach der Hälfte der Warteschlange warf ich einen Blick zurück über meine Schulter. Es waren nun zirka 15 Minuten vergangen, in welchen man solch symbolreiche Sätze zu hören kriegte wie die folgenden beiden Beispiele:

a) "Mist, ich muss im Büro anrufen, es dauert hier länger, ich komme zu spät zur Arbeit."

b) "Diese Hose ist niedlich. Ich weiss halt nicht, ob sie passen wird."

Aber das ist ja nicht so wichtig, schliesslich bezahlt man geschätzte 70 % weniger als im Alltag. Dann kann man schon mal die Katze im Sack kaufen, wie Hans-Rudolf jeweils zu sagen pflegte - in der Schlange vor dem Asia-Imbiss, oben bei mir in den Bergen. Ein Blick nach vorne deutete auf eine weitere Viertelstunde anstehen.


Nach einer guten Stunde spätkapitalistischen Anschauungsunterrichts war ich um einen fantastisch psychedelischen Schal für neun statt 22 Euro reicher. Gut gemacht!



Dienstag, 25. Oktober 2011

Der irritierte Flaneur


Wenn man viel im Osten ist, muss man - sofern man die Stadt wirklich auch nur annähernd in ihrer Gesamtheit verstehen will - auch mal in den Westen. Das gilt für Berlin genauso wie für London.

Also gingen wir im adeligen London flanieren. Das wäre ja eigentlich eine prächtige Freitzeitbeschäftigung. Wären da bloss nicht die endlosen Ströme bedenklich nachlässig gekleideter Touristen. Das sind dann eben die Rückseiten einer World Tourism City, einer Stadt mit 45 Millionen Übernachtungen im Jahr 2010 (Rang 1 in Europa, Berlin liegt mit 20 Millionen auf Rang 3, Paris mit 34 Millionen auf Rang 2).

War der Londoner Osten ehemals fast ausschliesslich Arbeitergegend und der Westen Heimat des Adels, ist auf den Straßen in Zeiten massiver Urbanisierung und globaler Umstrukturierungen eine Umkehr der Stile zu beobachten: das Stadtbild historischer Adelsviertel verkommt zu einer Fassade, bevölkert von vermeintlich funktional und unvorsichtig gekleideten Touristen. Der Osten als neuer Standort global operierender Konzerne und junger Kreativer mausert sich demgegenüber urplötzlich zur Schaubühne teurer Anzüge und hipper Untergrundmode.

Stimmt natürlich nicht. Respektive höchstens für einzelne hochfrequentierte Orte zeitgenössischen Tourismus wie die Gegend um Westminster Abbey oder den sowieso wenig charmanten Buckingham Palace. Belgravia (unterstes Foto) hingegen ist davon beispielsweise weit entfernt. Und geniesst der Flaneur dort bei La Bottega erstmal ein Stück fantastischen Zitronenkuchens sieht die Welt gleich wieder deutlich nobler aus.






Die Fassaden sind natürlich immer noch prächtig. Man muss bloss aufpassen welche Motive man wählt, sonst zeigt sich ganz schnell die ganze Realität aus gebautem und bepflanztem Raum sowie  (!) Touristen.

Entschuldigung, dieser Text ist bösartig. Ich sehe auch öfter als mir lieb ist senil aus. Und Kleidung ist nicht alles. Aber eben auch nicht nichts. Zumindest nicht auf irdischen Argumentationsebenen, nicht wahr?

Samstag, 17. April 2010

Die Checker!

Question: Please, tell our readers something about your style.
Answer: We're wearing all vintage clothing from flea markets in Berlin. And some funky shoes from Aldi, dude. We'd never buy our stuff in chain stores.
Q: Aiight cool! I love your style, it has such an amazing personality.
A: Thanks, we're excited too.
Q: And what's your device in life?
A: Alter, die Streets gehören mir!
Q: Awesome.
A: Yeah! Wir sind die Checker aus Treptow!
Q: Oh my god! I'm like soo glad to meet you guys. Thanks for the interview.
A: Yeah, anyways.

Montag, 22. Februar 2010

Stil im Lostkreuz

Heute möchte ich zwei Blogs - natürlich mit Berlin-Bezug - empfehlen.

Stil in Berlin zeigt täglich zeitgenössischen Street Style aus Berlin und anderen Städten in Europa und "Overseas". Die Fotos sind toll! Sogar mein Eisgeist (nicht Zeitgeist!), fotografiert gestern unter der S-Bahn zwischen Treptower und Ostkreuz, zeigt sich typisch Berlinerisch: Laid-back.

Auf dem Blog Lostkreuz wiederum gibt es wunderbare Bilder vom S-Bahnhof Ostkreuz. Das Ostkreuz wird zurzeit - naja, 'zurzeit' ist vielleicht der falsche Ausdruck, die Arbeiten dauern geschätzte 37 Jahre - massiv umgestaltet und modernisiert. Lostkreuz zeigt die Vergangenheit bis in die Gegenwart.