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Sonntag, 8. April 2012

Barockes Dresden


Kürzlich waren wir in Dresden oder - wie man die Stadt auch kennt - der Faust des Ostens. Hier geht es massiv hart zur Sache, vor allem in Gorbitz, which sucks as they say.

Ein Kommilitone war so galant, uns am ersten Tag des Aufenthalts seine Heimatstadt zu zeigen. Den zweiten Tag verbrachten wir dann im historischen Zentrum der Stadt. Hier ist ortskundige Betreuung weniger von Nöten und so konnte der Gute weiter reisen in die Sächsische Schweiz. Herrlich muss es sein dort, das verrät schon der zauberhafte Name.

Allzu viel möchte ich jetzt nicht schreiben. Es ist Ostern und damit Zeit zu Ostern. Uahaha, logisch, nicht wahr? Deshalb ein Kommentar im Allgemeinen und ein paar Anmerkungen zu den Fotografien im Speziellen. Im Allgemeinen: Dresden hat einen schönen Stadtkern, darum herum aufgrund seiner bewegten Geschichte eine interessante und aufschlussreiche städtische Bebauung, die Stadt liegt recht charmant im Elbtal, wird bewohnt von herrlichen Sachsen und ist das perfekte Ausflugsziel für betagte Bildungs- und Kulturbürger. Also nichts wie hin. Und, fast hätte ich es vergessen: Dynamo Dresden heisst der lokale Fußballverein. Die Stadt liebt ihn, andere bevorzugen den SV03. Abrissboooooys! P.S. Die Kaninchen und das Rassegeflügel überzeugen durch Ausstrahlung und Abstammung.

Nun zu den Bildern. Auf den ersten beiden Abbildungen ist der Innenhof des Zwingers ersichtlich. Dieser Gebäudekomplex ist, sofern ich das aufgrund meiner bisherigen Erfahrung beurteilen kann, eines der prächtigsten Beispiele des Barock. So will ich mal mein Haus im Grünen bauen, herrlich.



Die nächste Fotografie zeigt ziemlich genau das, was dieser Canaletto, ein venezianischer Künstler, um die Mitte des 18. Jahrhunderts gesehen und mit beträchtlichem Talent gemalt hat: das barocke Dresden. Einladend ist auch der Gleithang der Elbe. Für das Foto musste ich etwas Geduld beweisen - ständig rannten alles andere als barock gekleidete Jogger durch das Bild. Das sind die Probleme der Ersten Welt.


Der hohe Kuppelbau links im Bild oben gehört zur bekannten Frauenkirche. Wer die Details über dieses Bauwerk erfahren will braucht nicht hier zu suchen sondern geht zu Wikipedia, zum Beispiel. Unten ist sie auch ersichtlich. Die protestantische Kirche wurde am Ende des Zweiten Weltkrieges durch Bombenangriffe zerstört und wurde 2005 wiedereröffnet. Auffällig sind die einzelnen, durch ihre dunklere Farbgebung optisch erkennbaren Steine. Dies sind originale Trümmersteine.


Prinzipiell bin ich kein Verfechter von Rekonstruktionen alter, zerstörter Gebäude. In diesem Fall mache ich aber gerne eine Ausnahme. Flankiert wird der barocke Prachtbau übrigens von nur auf den ersten Blick alt aussehenden Wohn- und Geschäftshäusern. Auch diese Gebäude wurden nach der unvorstellbaren Zerstörung des Krieges historisierend neu gebaut.


Yeah Yeah Yeah: To Each His Own! Übrigens habe ich im großen Bildungstest der ZEIT nicht besonders brilliert. Hier meine Ergebnisse, wobei man je nach Anzahl richtiger Antworten Laie, Könner oder Experte sein kann: Politik -> Laie, Feuilleton -> Laie, Magazin (Gesellschaft, Lifestyle) -> Könner, Wissenschaft -> Könner, Reisen -> Könner,  Wirtschaft -> Experte. Anzumerken ist, dass ich nur dann geraten habe, wenn ich dachte ich läge womöglich richtig und wenn ich zum Beispiel zwei von vier möglichen Antworten ausschliessen konnte. Hatte ich bei einer Frage keine Ahnung, dann habe ich nicht geraten, denn das hat nichts mit Bildung zu tun und würde daher die Resultate zwar zu meinen Gunsten verfälschen, sie aber halt trotzdem verfälschen. Ich bin ehrlich und das ist löblich! Kränken tut mich höchstens das Resultat im Feuilleton; deutsche Innenpolitik interessiert mich hingegen einfach zu wenig. Ich wusste etwa nicht, welcher von vier bekannten Herren nur eine Oper, hingegen aber viele Sinfonien komponiert hat. Es ist Beethoven! Dabei lese ich das scheiss Feuilleton meistens. Ich muss noch an meiner Zugänglichkeit zur Hochkultur arbeiten. Vielleicht sollte ich nochmals nach Dresden in den nächsten Wochen...

Freitag, 6. April 2012

Faust des Ostens


Dresden-Gorbitz, White Russian, Henkell an der Hotelbar, Rassegeflügel, Faust des Ostens.







Montag, 26. März 2012

Urs Blank im Berliner Forst


Gestern waren wir am südöstlichen Stadtrand von Berlin im Wald. Ich glaube, das waren Kiefern. Aber ich bin ein miserabler Dendrologe - es ist zum Heulen.


Geistig schon halbwegs im sandigen Berliner Boden versinkend, musste ich augenblicklich an Martin Suter denken. Gehe auch du unter Bäumen wandeln und lese "Die dunkle Seite des Mondes".

Dazu rate ich
- im Gehölz verweilend den Klängen des Waldes zu lauschen,
- im Sessel hängend den Mythologien dieses Mixes zu folgen.

Urs Blank ist der vermutlich beste Name der Welt.

Mittwoch, 7. März 2012

Mokum Boys Club


Follow them on Tumblr! They do amazing 3-day-sets at Berghain. Since 1947 and they still look fresh.





"God damn, how real is this?" (ASAP Rocky)

Paul auf Ijburg? Awesomeness.

Fotos von meinem Bruder.

Freitag, 3. Februar 2012

Trouw Amsterdam


Früher - von 2002 bis 2004 im Wesentlichen - haben wir, ein abartiges Kollektiv von vier oder fünf Burschen, legendäre Clubtouren durch die halbe Schweiz organisiert. Darüber haben wir auf unserer massiven Underground-Webseite jeweils berichtet. Dazu gab es Fotos von Menschen, die ihren Verstand verlieren, aus dem Club getragen werden, massive Raketen zünden oder drei Biere gleichzeitig trinken.

Diese Zeiten sind mehr oder weniger vorbei - und das ist auch gut so. (Belanglose Anmerkung: Berlins Regierender Bürgermeister Wowereit würde jetzt sagen "Ich bin schwul, und das ist auch gut so!" Das klingt, zugegeben, schon besser als meine lapidare Aussage; aber nicht alle haben soviel zu bieten, das muss ich einsehen.) Ausgehen tun wir, in ähnlicher Gruppierung, jedoch noch immer ab und zu - wenn wir nicht eine Zigarre rauchen im Edelrestaurant oder um 22 Uhr im temperierten Wasserbett liegen, der Hüfte wegen.

Letztes Wochenende waren wir nun beispielsweise im Club Trouw in Amsterdam. Das war eine Nacht, die es wieder einmal so richtig in sich hatte. Ich will deswegen ein paar Bemerkungen dazu machen und das Lokal gleichzeitig mit Nachdruck empfehlen!

Nach der Show im Casa Rosso und einem Bier gegen den Durst nahmen wir also das Taxi in den Oost der Stadt. Der holländische Taxifahrer war ein Affe, er fuhr Umwege. Herrlich wie wir sind, haben wir das natürlich gemerkt, ihm aber trotzdem nichts gesagt und dem Driver noch mit einem Trinkgeld die Krone aufgesetzt. Der arme Teufel soll auch ein Erfolgserlebnis haben. Das Trouw liegt nun in derjenigen Ecke Amsterdams, die aussieht wie Berlin: streng. Aber wir mögen streng, klar. Kommen ja auch von den Bergen her, wo auch die Ställe streng riechen. Von ebensolcher Art (streng meine ich, nicht riechend) war dann allerdings auch die Warteschlange vor dem Club, trotz bereits im Internet gekauften Einlasskarten.

45 Minuten später war ich grantig, unterkühlt und zermürbt, dachte das wird nichts mehr. Wir haben uns dann aber urschweizerisch auf unsere Kernkompetenzen besonnen und gleich Wodka bestellt. Und Bier, alles immer gleichzeitig und engagiert, wie die Banker am Paradeplatz und die Kuhhirten auf der Alm. Dazu dann auf der oberen Tanzfläche UNDERGROUND RAW TECHNO, zu diesem Zeitpunkt vermutlich vom Berliner Lucy. I like that thug, dank u wel!

Die meiste Zeit verbrachten wir aber auf der unteren Tanzfläche im Keller des Gewerbe-/Industriekomplexes. Dort unten hatte das feine holländische Label Rush Hour einige Plattenleger aufgeboten, darunter den ebenfalls aus Berlin angereisten Hunee. Dieser Mann asiatischer Abstammung gehört zu meinen Favoriten hier in der deutschen Hauptstadt - und er zeigte mir auch im Trouw wieder, weshalb das so ist: he's got the soul! Wir gingen ab. Und das schöne ist: wir waren nicht alleine! Womit wir, neben der Musik, zum zweiten entscheidenden Punkt kommen hinsichtlich der Erzeugung einer großartigen Atmosphäre: dem Publikum. Die Holländer - es hatte dem Anschein nach wenige Touristen im Trouw - waren locker, feierfreudig, stilvoll und in der Regel ohne anstrengende Hipsterallüren, kommunikationsfreudig, begeisterungsfähig und ab und an sogar richtig gutaussehend (was man sonst, ihr wisst es alle, eher über die Schweizer zu sagen pflegt, zumindest hinter vorgehaltener Hand).

Wie dem auch sei, ich mag jetzt nicht mehr schreiben. Höre Miles Davis und das verlangt mehr Aufmerksamkeit. Doch, noch kurz zwei Dinge. Erstens: Die industrielle Architektur war sehr schön, die räumlichen Rahmenbedingungen demnach auch der positiven Atmosphäre dienlich. Ich stehe ja diesbezüglich mittlerweile (oder momentan?) eigentlich mehr auf eine andere Raumgestaltung, aber hier war es völlig in Ordnung. Man ist ja offen, wenn man die Sommerferien im Kuhstall verbringt. Zweitens: um 5 Uhr war leider Schluss. Das ist ja in Ordnung, brenzlig wird es bloss, weil dann alle gleichzeitig an die Garderobe strömen. Ich bin Maradona noch jetzt dankbar, dass ich im Gedränge nicht fast erstickt bin. Das war grenzwertig. Aber da die Holländer auch hier locker blieben ging das.

Fazit über das Trouw, in den Worten meines Begleiters Marcel (seines Zeichens aufstrebender Private Banker): "Das Einfache können sie nicht, das Unmögliche ausgezeichnet." Der Mann hat recht.

Anbei noch ein paar Fotos der Trouw-Partyboys. Ok!






Dienstag, 31. Januar 2012

Stadterneuerung und -erweiterung: Amsterdam


Reurbanisierungen von mehr oder weniger innenstadtnahen Industrie- und Gewerbebrachen sind zumindest in Westeuropa gegenwärtig von immenser Bedeutung. Innerhalb von sagen wir mal zwei bis drei Jahrzehnten erhalten zahlreiche relevante Städte (zum Beispiel auf dem Städteband Kopenhagen - Hamburg - Amsterdam - Rotterdam) ein teilerneuertes Gesicht. Besonders interessant daran finde ich u. a. die relativ kurze Zeitspanne, in welcher diese ambitionierten Stadterneuerungen und -erweiterungen realisiert werden. Dies dürfte es bereits in naher Zukunft ermöglichen, auf eine relativ kompakte städtebauliche Phase zurückzublicken. Wie wird man darüber urteilen? Werden diese Entwicklungen ein ähnlich schlechtes Image erhalten wie beispielsweise viele Objekte der Nachkriegsarchitektur der 50er und 60er Jahre - kalt, gesichts- und herzenslos, "verslumt", abgegrenzt? Oder werden die Gebiete zu prosperierenden und begehrten Stadtlagen? Ich will hier nun weder eine allgemeine Hypothese aufstellen noch ein erstes Fazit ziehen, sondern, wie es schon Tradition ist auf diesem einfach gestrickten Blog, einzelne Projekte kurz portraitieren. Heute aus gegebenem Reiseanlass: Amsterdam.

Unten ersichtlich ist das 2005 in Betrieb genommene Muziekgebouw aan 't IJ der dänischen Architekten 3xNielsen. Wie der Name erahnen lässt handelt es sich dabei um ein Konzerthaus - meines Wissens für moderne und zeitgenössische klassische Musik (paradoxe Bezeichnung, aber ich wüsste nicht, wie ich es sonst beschreiben sollte). Der Seitenflügel mit der Aufschrift Bimhuis ist ein sehr bekannter Jazzclub und ich habe den Eindruck, dass die Parallelen zu den neuen Kulturhäusern (Operaen, Skuespilhuset) in Kopenhagen immens sind: allesamt typische und modische Beispiele für innerstädtische Reurbanisierung durch grosse Kulturveranstaltungsorte. Renard Teipelke, ein Kollege aus einem Praktikum in Berlin, hat das Thema auf einem anderen Blog bereits in allgemeiner Art und Weise aufgenommen. Hinter dem Leuchtturmprojekt, also in östlicher Richtung, erstreckt sich entlang des Wassers in den östlichen Hafengebieten ein langer Gürtel von zeitgenössischen Büro- und Wohnbauten. Als einzelne Objekte sind sie meines Erachtens relativ gelungen. Gleichzeitig riegeln sie das dahinter liegende Stadtgebiet ziemlich radikal vom Wasser ab.


Diesem Riegel vorgelagert sind Java und KNSM (Koninklijke Nederlandse Stoomboot Maatschappij oder so - steht für eine Schifffahrtsgesellschaft aus der guten alten Zeit; KNSM hatte hier ihren Sitz und ihre Docks). Nach dem Verschwinden der alten Nutzung besiedelten zuerst Hausbesetzer das Gebiet, in den 1990er Jahren wurde es dann wieder neu überbaut. Ich finde es dort heute mehrheitlich langweilig.

Schnell geht es aber über die Brücke nach Sporenburg und Borneo, ebenfalls Docks, wo früher vermutlich Waren aus den niederländischen Kolonien gelöscht wurden. Hier trifft der Stadtwanderer auf die städtebaulich sehr interessanten Meteoriten. Dabei handelt es sich um Superblocks inmitten kleinerer, jedoch sehr dicht nebeneinander gebauten Wohnhäusern (auf dem verlinkten Bild von Mimoa sind der "Whale" und "Pacman" zu sehen). Die Meteoriten bestehen aus jeweils mindestens 150 Wohnungen, wovon zahlreiche Einheiten Sozialwohnungen sind. Das erklärte Ziel dieser Bebauung dürfte somit nicht nur eine hohe Bevölkerungsdichte, sondern ebenso eine soziale Mischung der Bewohner sein. Wie der nachfolgend abgebildete Turm auf Sporenburg heisst ist mir nicht bekannt. Es ist aber saugeil. Genauso wie die Einfamilienhäuser an der Scheepstimmermanstraat.


Mit der Tram kann man von hier aus auf das Neuland IJburg fahren. Dieser Stadtteil entsteht seit zirka zehn Jahren auf neu geschaffenen künstlichen Inseln im IJmeer und soll in Zukunft Lebensraum für etwa 45'000 Menschen bieten. Dort zu wandern kann, wie in vielen anderen zeitgenössischen Stadtentwicklungsgebieten, manchmal ganz schön surreal anmuten (siehe nächstes Foto). Immerhin gibt es auf IJburg jedoch jetzt schon (!) zahlreiche Geschäfte und sogar einige Cafés. Letzten Freitag hat sogar ein DJ aufgelegt in der einen Yuppie-Spunte! Problematisch könnte hier aufgrund der Neugewinnung des Landes jedoch die Ökologie im IJmeer sein. But there is no such thing as a free lunch, man kann es nur immer wieder betonen.


Da auch Amsterdam aus allen Nähten zu platzen scheint wird nicht nur im Osten der Innenstadt entwickelt und gebaut. Besonders interessant ist gegenwärtig auch Amsterdam Noord. Auf dieses Gebiet komme ich vielleicht noch mal gesondert zurück, unterscheidet es sich zurzeit doch noch beträchtlich vom östlichen Hafengebiet und IJburg. Auf der Fahrt mit der Fähre vom Bahnhof in einen westlichen Teil von Noord passiert das Schiff aber beispielsweise das neue EYE Film Institute (das weisse Konstrukt im oberen der beiden Fotos) sowie die Westerdoks (Foto ganz unten). Während das Filminstitut von Delugan Meissl aus Wien wiederum ein prächtiges Beispiel für diese oben angesprochenen Kulturbauten darstellt, wirken die Gebäude in den westlichen Docks auch wiederum riesengross - verglichen v. a. mit den Gebäudestrukturen des Amsterdam aus der goldenen Zeit des 17. Jahrhunderts.



Meine beiden bevorzugten Bauten konnte ich nicht zufriedenstellend fotografieren. Es handelt sich um den Komplex auf dem Silodam (drei Bauten von 1898, 1952 sowie 2002) sowie die KraanspoorDie Holländer sind doch verrückte Kiffer Alter.

Montag, 30. Januar 2012

Mokum


Die letzten vier Tage war ich in Amsterdam. Auch du sollst die Erhabenheit der europäischen Stadt des 17. bis 19. Jahrhunderts erblicken und sie andächtig studieren.







Sonntag, 1. Januar 2012

Eine gute Partie


Neujahrsgrüße und Félicitationen von den Traumschwiegersöhnen.



Das stilvolle und die Epoche prägende Silvesterprogramm dieser eine durchwegs gute Partie darstellenden Jünglinge: philosophische Lektüre, ein Bier saufen im Sternen, Abendessen im wunderbaren Restaurant Hirschen zu Erlenbach, gepflegte Konversation vor dem Kaminfeuer mit Moet & Chandon Imperial Champagner (rebellisch aus dem Weissweinglas getrunken - wer die Regeln kennt darf sie brechen). Danke M für die schöne Zeit.

Samstag, 31. Dezember 2011

Ein Wort zum Jahr


Heute gehet das Jahr 2011 zu Ende. Als sittlicher Mensch möchte ich aus diesem Anlass meine besten Wünsche an die Welt richten. Überdies ist es mir jedoch mindestens so sehr ein Anliegen, darauf hinzuweisen, dass ein Jahr nichts weiter ist als ein kulturelles Produkt.

Der Mensch besitzet, zumindest sollte es so sein, unter anderem einen Willen - nach Schopenhauer und meiner Wenigkeit von zentraler Bedeutung - und ebenso einen Verstand. Letzteres unterscheidet ihn nach weit verbreiteter Meinung trefflich von der herkömmlichen Tier- sowie der Pflanzenwelt. Das Jahr als kulturelles Produkt ist als solches gleichzeitig ein Produkt des menschlichen Verstandes. Es entspricht einer Einheit eines vom menschlichen Verstand zwecks verbesserter Kommunikation entwickelten Orientierungsrasters mit dem Namen Zeit. Eleganterweise entspricht die Dauer eines Jahres dabei einer Umkreisung der Erde um die Sonne. Es ist somit nicht völlig aus dem Nichts entstanden, sondern entspricht einer kosmischen Gegebenheit.

Trotzdem ist es entstanden, und zwar wie erwähnt aus einer bemerkenswerten geistigen Anstrengung heraus. Wenn nun aber ein Jahr zu Ende geht und damit die Erde einmal mehr um die Sonne gekreist ist geht damit ausserdem nichts anderes zu Ende. So feiere denn den Jahreswechsel nicht, in dem du das Ende einer unbedeutenden Zeiteinheit feierst. Feiere es auch nicht naiv in der Hoffnung, 2012 möge alles gut sein. Richte dein Bewusstsein statt dessen vielmehr direkt auf die tatsächlich stattfindenden Prozesse und Geschehnisse in der Welt sowie in deinem Innern; Prozesse und Geschehnisse, welche guter- oder schlechterdings mit der Zeiteinheit 2011 oder 2012 zusammenfallen. Sie jedoch sind von Bedeutung, die Jahre helfen bloss der Bildung von kollektiven Erinnerungsmustern, von Geschichte vielleicht. Man kann sich mit ihnen orientieren. Sie sind Schubladen von mir aus, linear gestapelt als eine mittlerweile sehr hohe Kommode. Doch sind sie wahrhaftig nicht einmal Schubladen, denn in Schubladen lassen sich Gegenstände packen, Jahren wohnt diese trennende Kraft in Tat und Wahrheit nicht in dieser Stärke inne.

Kurz: gedenke Silvester wichtiger dir und der Menschheit wiederfahrender Ereignisse und richte damit deinen Fokus auf das Wahre und nicht auf das das Wahre im besten Falle einfacher zugänglich machende Raster. Das Jahr ist ein Werkzeug, genau wie der Flaschenöffner. Wichtig ist die Essenz: was geschieht oder was man trinkt.

Nachfolgend einige Fotos mit Realitätsbezug aus der Heimat - Ende des Jahres 2011.











Donnerstag, 29. Dezember 2011

Traumschwiegersohn


Fünf brandaktuelle Bilder aus der bereits seit mehreren Jahren existierenden Serie "Traumschwiegersohn"! Damals wie heute ist es Pflicht, in jedem Urlaub und auf jeder Städtereise mindestens ein Foto zu machen, welches die beteiligten Subjekte als potentielle Traumschwiegersöhne darstellt; Bilder für das Portfolio und zur Steigerung des Marktwertes. 

Fotos dieser Gattung sind in einem speziellen Album zusammenzustellen und auf Abruf bereitzuhalten. Sie sind selbstverständlich strikt vom Album mit Fotos anderer, quasi expressiverer Art zu trennen. Darüber hinaus empfiehlt sich jedoch ebenfalls das Anlegen eines Albums mit Fotos sowohl der Gattung "Traumschwiegersohn" als auch der expressiveren Art. Damit wird suggeriert, dass man sich in unterschiedlichen Milieus aufhalten kann. Suchen Firmen beispielsweise nicht oft Arbeitnehmer, die seriös arbeiten können aber auch ein soziales Leben ausserhalb der beruflichen Umgebung führen? Hier gilt es im zu prüfenden Einzelfall also, sich nicht irrtümlicherweise auf die Fotos der Serie "Traumschwiegersohn" zu beschränken, sondern auch mal ein Bild mit Bierflasche in der Hand einfliessen zu lassen. Ansonsten läuft man die Gefahr, als Langweiler abgestempelt zu werden. Suche in diesem Fall also die goldene Mitte - was schon Aristoteles zur Führung des richtigen Lebens wusste.

Ich schweife ab. Dies nun also die fünf neuesten Bilder für das Album "Traumschwiegersohn". Sie symbolisieren in positiver Leseart Stabilität, Naturverbundenheit, Tierliebe, Manieren, einen Sinn für das Savoir-Vivre und die Umgebung berücksichtigende Kleidung, ja vielleicht sogar auch den Willen zum beruflichen Erfolg und ein hoffentlich richtiges Mass an Seriosität. 






Wie oben angedeutet darf dabei nicht vergessen werden, dass diese Leseart eine positive ist. Menschen mit bestimmten psycho-sozialen Hintergründen dürften demgegenüber eher folgendes lesen: Langweiler, Schleimer, arroganter Halbaffe, Snob. Mit einem Wort zusammengefasst: Traumschwiegersohn.

Dienstag, 27. Dezember 2011

Weihnachten 2011


Bloss ein paar kommentarlose Fotos von Weihnachten 2011.






Und ein tiefsinniger Kurzfilm der alles zusammenfasst und erklärt...