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Sonntag, 20. Mai 2012

Caaaarefree


Didier King of Africa n London. SWLDN!!!!! I miss Joe Cole so much. One love Bison, JT, Superfrank, Bane Ivanovic, Dieter out of Africa, Cashley, Dr. Petr, John Michael Nchekwube Obinna, Luizzzz & Ramiresssss. DESTINY. Go Jürä für di fröits mi extrem dä Titu!

Roman bring back Joey Cole n add Wesley Sneijder and Eden Hazard. Memories from the past:








Man der Vodka wirkt immer noch.

Sonntag, 29. April 2012

Sieger wählen Babelsberg!


Gestern: das letzte SV03-Heimspiel der Saison gegen die Arminia aus Bielefeld. Anpfiff 13.30 Uhr, Temperatur im Schatten 26 Grad, wir in der Nordkurve - Fußball, Sonne und Bier. Abstand auf einen Abstiegsplatz zwei Punkte. Babelsberg erarbeitet sich einige Möglichkeiten zur Führung, doch es bleibt beim torlosen Remis zur Halbzeit. Dann Rauch:



Die Szenerie im Karli - himmlisch. Schaut euch das Grün  des Rasens an, die unverstellte Aussicht auf prächtige Bäume, die Fahne im Himmel. Das ist Fußballromantik.



Dann die Nachspielzeit und Fußballgott Makarenko tritt an. Ronaldo who?



Die Tribüne erbebt, die Tanzmusik erklingt, das Bier gibt es mittlerweile für einen Euro. Und mitten im Jubel fragt mich einer: "Hast du heute Abend schon was vor? Ich gehe an eine Mottoparty - als Ganzkörper-Kondom." Tanzmusik!



Irgendwann entführen zwei Spieler von Babelsberg einen Grill. Ist ja auch sinnvoll und wichtig!


Samstag, 17. März 2012

Sonntag, 4. März 2012

SV Babelsberg International


Gestern Samstag war ich, ganz Mode- und Schönwetterfan, endlich wieder bei einem Spiel des SV Babelsberg 03. Leider gibt es über das Spielgeschehen kaum etwas zu berichten. Ich kann mich, ehrlich gesagt, an keine einzige gefährliche Torchance der Gastgeber erinnern und auch der Spielaufbau hatte im wahrsten Sinn des Wortes Sand im Getriebe; 3. Liga Glamour. Die Gäste aus Chemnitz wiederum verzeichneten immerhin einen Lattenschuss. Zu mehr reichte es aber, erfreulicherweise, auch ihnen nicht. Wer nun 1 und 1 zusammenzählt weiß, dass daraus 0 und 0 resultiert. Herrlich logisch, nicht wahr?

Interessanter war es auf den Rängen. Diese Globalisierung ist einfach bemerkenswert: sie erreicht heutzutage - Vladimir Putin mag es immer noch nicht glauben - nicht nur russische Städte und Steppen (Gott segne sie!), sondern auch die Niederungen des europäischen Fussballs. Auf der Babelsberger Nordkurve hört der gepflegte Biertrinker die folgenden Sprachen gegrölt: Italienisch, Französisch, Englisch, Spanisch und, ohne Kohl, Deutsch! Und ich spreche nicht von den Sprachen der Zuschauer, die sprechen meines Ermessens alle Deutsch oder eine dieser Sprache verwandte Ausdrucksweise. Ich spreche von den Chorälen der Fans.

Aber eben, die Kurven werden ja auch kaum mehr von Kutten dominiert. Die sucht man im 152. Todesjahr meines geliebten Schopenhauers vielerorts vergeblich. Heute stehen nach Italien schielende Ultras neben von England inspirierten Casuals, Hools und Fools. Und mittendrin: die von Südamerika träumenden Pazifisten und Antifaschisten. Nur eins erklärt sich mir einfach nicht auf Anhieb: weshalb um Himmels Willen Französisch? Ist es die Revolution? Ist es vielleicht die Liebe zum französischen Duschen? Oder gar die Hoffnung auf Francois Hollande, der, ich kann es kaum fassen, nur noch halb so schwer ist wie damals, als er noch mit Ségolène verheiratet war. Und noch was: warum kein Russisch? Ist das vielleicht auf der Ostkurve en vogue? Davai 03! Und beim nächsten Mal sollte ich vielleicht auch ein Berner Lied anstimmen.

Aus den Stadien in Italien oder England oder Russland kenne ich diesen babylonischen Sprachenknäuel nicht. Dort singt man, wenn ich mich nicht irre in meinen greisen Tagen, einfach in der Landessprache. C'est tout. Ich kenne das sonst nur aus der Schweiz, und dort fand ich es verständlich weil wir so ein kleines und daher oftmals auch nach außen orientiertes Land sind. Wir müssen uns Inspirationen quasi aus dem Ausland holen, oder sie werden durch Immigration zu uns gebracht, v. a. aus Italien. Aber warum singt Babelsberg in fünf Sprachen? Wie dem auch sei, gestern gegen Chemnitz war diese kosmopolitische Kurve auf jeden Fall besonders wohltuend. Und dann hing dort im Westen auch noch ein Banner der Bulldogs vom GCZ. Oje.

Leider habe ich keine Fotos. Das Spiel war wie gesagt nüscht. Aber die teilweise herrlichen Leute hätte ich gerne fotografiert. Habe mich aber nicht getraut und deshalb gibt es jetzt  fünf zufällige Fotos und drei göttliche Listen.






Drei Mixes die ich gerade höre: Bossa Nova and beyond from Brazil, Soft Rock und Yachtness aus den USA sowie Bass Musik von der Insel.

Drei Tumblrs: Substance, Minimal Me und Newy-rk.

Zur Förderung hypnagogischer Erfahrungen oder zum Spliff oder so, mir egal: Grouper, Big Deal, Washed Out.

Mittwoch, 21. Dezember 2011

Classic Bern


If you should ever plan to visit the lovely city of Bern in December I would deeply recommend the following classy activities. Start your day with a civilized walk in the historical old town. As the hours pass by you might want to drink something. Head to the Münster and order Glühwein. Its only tasty when hot so drink as fast as you can.



Hungry now? Move to restaurant Tramway. The patriotic cook here doesn't want to feed you, MF wants to kill you. Moreover, if you're lucky you will run into local high achievers such as this tremendously handsome young man.




After war (fight and win!) there is no better thing than a game of ice hockey. And of course some coffee and schnapps. Bern boasts the biggest ice hockey crowd in all of Europe with an average of almost 16'000 fools attending the home games.


You have now officially been pimped.

Sonntag, 30. Oktober 2011

Asoziale Zecken Babelsberg


Gestern Samstag heftete ich mich an die Fersen asozialer Babelsberger Zecken. Die Hertha und Union hatten mich bislang ja nur ausgesprochen mässig begeistern können und so kam die Gelegenheit eines Fussball-Spiels der Dritten Liga gerade richtig.

In Babelsberg, einem malerischen Ort zwischen Berlin und Potsdam und bereits auf Boden des Bundeslandes Brandenburg gelegen, ist der FC St. Pauli des Ostens beheimatet: der SV Babelsberg 03. Das herrliche Stadion liegt am Rande alter Arbeitersiedlungen und lässt von der guten alten Zeit des Fussballsports als Freizeitbeschäftigung des Proletariats träumen.


Das passt also insofern ganz wunderbar zur linksalternativ gefärbten Zuschauergemeinde, deren Anwesenheit sich gemäss der Berliner Zeitung taz eigentlich ganz einfach erklären lässt: "Potsdamer Hausbesetzer waren in den 90er Jahren auf der Suche nach einem Verein zum Zuschauen. Sie fanden ihn im SV Babelsberg 03 (...)."

Ich fand zwar keinen Potsdamer Hausbesetzer, dafür den Gabberhead R. J. aus Rotterdam (siehe Porträt), der immerzu etwas von "Speed umsonst" labberte, sowie den Headbanger C. S. aus Hessen. Die Jungs soffen schon im Zug Sterni aus der Flasch und ich musste mitmachen um mich zu integrieren. Wollte ja nicht als Weichei auffliegen.


Das Spiel vor zirka 2'800 Zecken war ein klassischer Ground-Hopping Genuss: Wunderbares Geplänkel im Mittelfeld, wenig zwingende Dominanz der Gästemannschaft aus Osnabrück... und plötzlich aus dem Nichts das skurrile 1:0 für die Hausherren. Die Osnabrücker, vermutlich Aufstiegskandidaten, erzielten jedoch recht bald den wohl unvermeidlichen Ausgleich. Es sah düster aus für den Fünftletzten. Doch wenige Minuten vor dem Ende erzielte Starstürmer Markus Müller den herrlichen Siegtreffer. 2:1, Bier her und jubeln!



R. J. war nun euphorisch wie am Weihnachtsabend auf einem holländischen Gabberrave mit Freispeed. Er will mich fortan zusammenfalten und als Glücksbringer in einem Koffer mit an die Heimspiele nehmen. Kreative Zerstörung würde Schumpeter jetzt nuscheln. Nüchtern fuhren wir mit der S zurück ins grosse Berlin.


P.S. Babelsberg hat vor ein paar Tagen den Schweizer Zlatko Hebib verpflichtet. Ich glaube, ich habe nach über zwei Jahren endlich mein Team gefunden.

Sonntag, 2. Oktober 2011

Risikospiel in Berlin

Gestern Abend wollte ich Tante Hertha eine zweite Chance geben. Das sollte man immer machen im Leben, zwei Chancen mindestens verdient alles und jeder. Aber solche Kalendersprüche kennen wir alle zur Genüge, nicht wahr? Deshalb gleich zum Sportlichen.

Mein erstes und bisher einziges Hertha-Spiel ging im Oktober 2009 über die Bühne. Damals spielten die Hauptstädter gegen den HSV, damals noch etwas weniger armselig als heute, und verloren 2:3. Ich kann mich an zwei Dinge gut erinnern: Ich verpasste 2-3 Tore wegen Bierseligkeit und fand das Spiel zwar ansprechend, konnte mich aber dennoch nicht dafür erwärmen fortan Hertha-Fan zu sein. Ich habe es versucht, ehrlich.

Nun also die zweite Gelegenheit gegen einen Verein, der mir komischerweise seit Jahren irgendwie ein bisschen am Herzen liegt - obwohl es eigentlich ein erbärmlich geführter und notorisch erfolgloser Verein ist: der 1. FC Köln. Wahrscheinlich lag es an Toni Polster, Held der Alpen und Liebhaber stilvoller Frisuren...

Dass das Stadion eine Pracht ist wusste ich bereits. Hier aber nochmals der Beweis für Ungläubige:


Das ist, was man gemeinhin mit dem Begriff Eleganz bezeichnet. Und die Tatsache, dass die Leichtathletik-Bahn blau statt rot ist, macht sogar sie erträglich. Die Überraschungen dieses prächtigen Herbstabends lagen nun erstens in der mächtig Dampf machenden Berliner Ostkurve. Den Lärm, der aus dieser Ecke des Stadions das weite Rund füllte, hatte ich wahrlich nicht erwartet.


Da staunten wir Bauern aus der kleinen Schweiz, wo man schon von Gewitter spricht wenn 500 Kutten den FC Huttwil anfeuern. Kult diese 60'000 Leute in einem einzigen Bauwerk, das sind gleich viele Menschen wie die weltberühmte Stadt Luzern Einwohner zählt. Und das ist immerhin die acht größte Stadt des Landes.


Die zweite Überraschung war dann die flotte Leistung der Herthaner. Die Hauptstädter schickten die Kölsche Jung mit 3-0 in das lange Wochenende. Ganz besonders aufgefallen ist in dieser Partie ein mir vorher gänzlich unbekannter Flügelsprinter mit dem für das Berner Oberland typischen Namen Änis Ben-Hatira. Ich glaube, sein Großvater stammt von der Alp Hohmatt oberhalb meines Dorfes im Simmental. Wie dem auch sei. Seine Ballannahmen, Temposteigerungen, 1-gegen-1 Angriffe und Zuspiele in das Sturmzentrum waren von großer Klasse. Ich jubelte und wurde demütig, hatte ich doch vor dem Spiel posaunt, dass ich mit Ausnahme von Raffael, der lange Zeit beim FC Zürich gespielt hatte, keinen vernünftigen Spieler in Reihen der Berliner kennen würde. Ja, es ist halt einfach so: Gott straft sofort - und das ist auch gut so.

Die zweite Halbzeit verbrachte ich im Halbschlaf und grübelte darüber nach, wieso es doch kein perfekter Abend war in West-Berlin: Das Bier war alkoholfrei aufgrund der Einstufung des Spiels als Risikopartie. Ein Skandal! Ich kann es einfach nicht goutieren, wenn 59'000 herrliche Menschen auf ihr lange ersehntes Bier verzichten müssen, weil vielleicht 1'000 Unangepasste ihrem Ärger über die Schwäche des englischen Pfundes und der Trockenheit der Brezel Luft machen könnten. Und wer entscheidet eigentlich, was ein Risikospiel ist? Tony Blair?

Hier noch die drei sehr sehenswerten Tore:



Ich komme wieder in sieben Jahren. Aber dann gegen Hoffenheim, in der Hoffnung, dass die Welt sich nicht derartig entwickelt haben möge, dass auch dies ein Risikospiel sei.

Montag, 1. August 2011

Groundhopping

Eine der sinnvollsten und zugleich stilvollsten Beschäftigungen die ich kenne ist Groundhopping. Ich bin deswegen stolz zu verkünden, dass ich am letzten Wochenende nach Russland im März meinen nächsten, längst überfälligen Länderpunkt erringen konnte: Dänemark!

Im dänischen Nationalstadion Parken habe ich das Ligaspiel FC Kopenhagen gegen den FC Nordseeland gesehen, ein - wie es sich für wahres Groundhopping gehört - massiv langweiliges Spiel mit dem Endstand von 2:0 für das Heimteam. Keine Ahnung wer die Tore erzielt hat. Aber mal ehrlich: "who cares anyway?", wie der Halbaffe zu sagen pflegt.

Kopenhagen hat 8 der letzten 11 Spielzeiten in Dänemark für sich entscheiden können. Nur 2002 und 2005 wurden sie Zweite, 2008 Dritte. Ich weiss nicht, ob das nun für den FCK oder eher gegen die dänische Liga spricht... Aktueller Captain ist der 1990 geborene Innenverteidiger Mathias Jörgensen. Klingt blond? Nein. Zum besten Spieler wurde der schwedische Leftback Pierre Bengtsson gewählt. Ich war sehr einverstanden mit dieser Entscheidung und könnte mir den Burschen gut bei den Young Boys vorstellen, schliesslich bauen sie doch gerade eine Wikinger-Fraktion auf in Bern (siehe auch weiter unten).

Das Stadion hat übrigens eine Kapazität von 38'000. Der harte Kern der Supporters ist zwar relativ klein, hat aber über 90 Minuten herrlich gesungen und kleidet sich zum Teil bemerkenswert stilvoll 'casual'. Bedauerlich finde ich bloß, dass die Kurvenchoräle überall in Europa zunehmend ähnlicher singen. Blöde Globalisierung!




Eben, wie oben bereits angesprochen, bauen die Berner Young Boys ja zurzeit gerade eine wunderbare Wikinger-Phalanx auf. Einer der Söldner spielte eine Zeit lang erfolgreich beim FCK: Michael Silberbauer. Habe ihn getroffen, war auch beim Spiel:


Sie lieben ihn immer noch in Kopenhagen. Und ich habe gelesen, dass er 2009 auch als Captain beim FC Utrecht zum besten und beliebtesten Spieler gewählt wurde. Schön! Jetzt würde ich übrigens gerne noch den polnischen Länderpunkt machen. Schliesslich wohne ich nach Meinung gewisser Leute bereits in Westpolen. Da dürfte ein Spielbesuch nicht allzu schwierig werden. Aber vielleicht kriminell. Die Polen seien ja unzimperlich, sagt man.

Freitag, 11. März 2011

Fussball in Moskau

Gestern erwarb ich einen weiteren Länderpunkt in meiner wichtigsten Buchhaltung: dem Fussball. Es ging mir allerdings nicht nur um den prestigeträchtigen Länderpunkt, sondern auch um eine authentische Moskau-Erfahrung: Live-Fussball bei strengen Minustemperaturen!


Gespielt hat mein favorisierter russischer Klub (ZSKA Moskau) gegen den Champions-League Sieger von 2004 - den FC Porto. ZSKA mag ich u. a. deshalb besonders, weil ein gewisser Herr Doumbia für den Zentralen Sport Klub der Armee Moskau stürmt. Seydou Doumbia hat seine zwei Spielzeiten bei den Young Boys Bern zweimal als Topscorer der Liga abgeschlossen und ist danach in die russische Hauptstadt gewechselt. Ferner dürfte den Fussballinteressierten ebenfalls interessieren, dass der sympathische Chelsea-Boss Roman Abramovitch ebenfalls hinter ZSKA Moskau stand...

Heute stehen im Kader der Moskauer neben Doumbia auch so klangvolle Namen wie Vagner Love, Keisuke Honda und der russische Nationaltorwart Igor Afinfeev. Zudem zieht im offensiven Mittelfeld der junge Alan Dzagoev die Fäden, ein Spieler, von dem man noch mehr hören dürfte in Zukunft!


Spielen tun die Rotblauen im Luzhniki-Stadion, der monumentalen Hauptspielstätte der Olympischen Sommerspiele 1980. Im früheren 'Zentralstadion Lenin' und Austragungsort des Finales der Fussball-WM 2018 kommen heute zirka 80'000 Menschen unter. Nicht überraschend ist jedoch die Tatsache, dass das Stadion bei ZSKA-Spielen eher selten voll besetzt ist, um es schüchtern auszudrücken. So auch beim Spiel gestern gegen den FC Porto. Ein Grossteil des Stadions wurde für die Zuschauer gar nicht erst geöffnet:


Das Spiel selbst war dann leider auch relativ unspektakulär, nicht zuletzt auch wegen des Schlussresultats von 0:1. ZSKA hatte zwar flott begonnen, Dzagoev spielte einige Zuckerpässe und Doumbia vermasselte ein paar Torchancen. Doch mit der Zeit übernahm Porto immer mehr die Spielkontrolle; man sah den Portugiesen an, dass sie in der heimischen Liga in bisher 22 Spielen noch keine einzige Niederlage wegstecken mussten. Der neue Mourinho - André Villas-Boas - macht offensichtlich hervorragende Arbeit. Trotzdem wussten sich die Fans warm zu halten:


Übrigens: Der Frauenanteil unter den Zuschauern scheint in Moskau deutlich tiefer zu sein als zum Beispiel bei den modischen Young Boys oder in Mailand. Hier sind, so seltsam es klingen mag, die Rollen zwischen Männern und Frauen noch klarer getrennt. Eine russische Frau, die keine Slim-Zigaretten sondern normale Zigaretten raucht, habe ich bis jetzt beispielsweise auch noch nicht gesehen. Pelz gilt auch nicht als verwerflich sondern als Muss. Es ist spannend, wie aus west-europäischer Sicht möglicherweise veraltete Normen auf hypermoderne Globalisierungskultur trifft. Eurasien halt. Oder so.


Samstag, 22. Januar 2011

Die Eisbären

Vergangenes Wochenende besuchte ich ein Spiel der lokalen Eishockey-Mannschaft. Der SCB hat mich ja trotz immensen Ärgernissen immer wieder mal ins Stadion gelockt, und so interessiert mich natürlich auch das Eishockey in Deutschland und naheliegenderweise die Equipe der Eisbären Berlin.

Über das Spiel selbst gibt es wenig Bemerkenswertes zu berichten. Nicht das das Niveau armselig gewesen wäre, keineswegs. Ich fand die Partie ziemlich flott, es gab reichlich Torgefahr auf beiden Seiten. Nach einem 0:2-Rückstand gegen bissige Kölner Haie retteten sich die Eisbären gerade noch in die torlose Verlängerung. Die Entscheidung fiel schlussendlich im Shootout; herrlich wie ich finde, so reicht die Zeit für ein zusätzliches Bier.

Bemerkenswert finde ich aber vor allem den appetitlichen Aufprall von nostalgischen Ostschwärmereien und globalem Kapitalismus. Man muss dazu wissen, dass die Eisbären die Nachfolgemannschaft von Dynamo Berlin ist. Der SC Dynamo war nun natürlich, wie der Name unschwer erkennen lässt, der Stolz des sozialistischen Ostberlin - im Gegensatz zum westlichen Team der Preussen Berlins. Wie dem auch sei. Heute jedenfalls spielen die verwertungslogisch in Eisbären umbenannten Herren in der hypermodernen O2-World:


Dazu kommt, dass sie nicht nur in dieser Arena spielen, sondern ebenfalls der US-amerikanischen Anschutz Entertainment Gruppe gehören. Eine Gruppe, die auch die Arena gebaut hat und so. Man sieht: es riecht nach Investment. Und ehrlich gesagt riecht es nicht nur so, es sieht auch so aus und hört sich so an - wenn nicht gerade gespielt wird unten auf dem Eis oder die ostalgischen Kutten-Fans einen ihrer zahlreichen Gesänge auf die Ehre Dynamos anstimmen. Es entsteht summa summarum der Eindruck, dass der Kapitalismus den Sozialismus auch hier in der Arena in die Ecke respektive in die Stehkurve drängt. Most def yo. Die Anschutz Entertainment hat es sogar geschafft, dass vor dem Stadion ein Stück der historisch wertvollen (?) Berliner Mauer rausgebrochen wurde, damit an der Spree ein Schiffssteg für irgendwelche läppischen Boote gebaut werden konnte. Die Fans jubeln trotzdem:


Ich habe natürlich auch gejubelt, zugegeben. Niemals so euphorisch wie vor dem Spiel, beim Erklingen der Eisbären-Hymne!

Dienstag, 28. September 2010

Freitag, 30. Juli 2010

Erinnerungen an Leipzig

Gestern kam ich zurück nach Hause von einer knapp zwei Wochen dauernden Studienexkursion nach Leipzig. In der ersten Hälfte der Exkursion erkundeten wir die sächsische Grossstadt und deren Umland, in der zweiten Hälfte dann bearbeiteten wir in kleineren Arbeitsgruppen unterschiedliche, stadtbezogene Projekte. In meinem Fall handelte es sich dabei um die Fragestellung, inwiefern die Schrumpfung der Stadt als Chance für einen ökologischen Stadtumbau im Plattenbaugebiet Leipzig-Grünau genutzt werden könnte. Das Fazit steht noch aus, die Interviews mit den Experten und die eigene Literaturstudie müssen zuerst gründlich ausgewertet werden.

Abseits dieser wissenschaftlichen Tätigkeiten dürfte es vielleicht von generellerem Interesse sein, dass Leipzig überraschend schöne Seiten aufzuweisen vermag. So verfügt die mit rund 520'000 Einwohnern bevölkerungsreichste Stadt der neuen deutschen Bundesländer sowohl über einen enormen Bestand an gründerzeitlichen Bauten als auch eine ziemlich charmante und angenehm kompakte City:


Aufgrund der massiven Schrumpfung der Stadt - sie zählte zu ihren glanzvollsten Zeiten über 700'000 Einwohner - muss der Leipziger Immobilienmarkt als teilweise ungesund entspannt bezeichnet werden. 2-Zimmer-Wohnungen in ansprechenden Altbauten kann man hier problemlos unter 300 Euro oder ungefähr 400 Franken mieten (kalt).

Für Studenten ist Leipzig also offensichtlich ein zumindest preislich interessanter Wohnstandort. Ein weiteres Plus sind die zahlreichen Tagebauseen, welche Leipzig mittlerweile harmonisch umrunden. Nach einer gemütlichen Fahrt mit dem Bus oder Fahrrad sieht es schnell so aus:


Auch in Sachen Fussball geht es in Leipzig aufwärts. Und zwar schnell und zielstrebig! Verantwortlich dafür ist die wahrlich Flügel verleihende Firma Red Bull. Sie hat einen kleinen lokalen Fussballverein "gekauft" und in RB Leipzig umgetauft. Offiziell steht diese Abkürzung für RasenBallsport Leipzig... Die Redbulls spielen im zur Fussball-WM 2006 renovierten Zentralstadion. Das erste Heimspiel in ihrer neuen Arena verlor RB Leipzig gegen Schalke 04 vor über 20'000 Zuschauern mit 1:2:


Leipzig ist vor allem insofern interessant, als es spürbar zwei Seiten hat. Auf der einen Seite stehen die grossen Bundesliga-Ambitionen des viertklassigen RB Leipzig und die sanierten Altbaugebiete, auf der anderen Seite wiederum die zahlreichen Ruinen oder der alte Ostcharme:

Das Beste an Leipzig war derweil das Konzert von Wavves im Sweat Club! Himmel ist das eine fantastische Band. Post Acid forever.

Montag, 12. Juli 2010

Die glorreiche Elf

Die WM ist vorbei und ich schliesse ab mit meiner idealen Mannschaft in 4-2-3-1. Anmerkung: Die Spieler wurden aufgrund ihrer individuellen Leistungen ausgewählt, unabhängig von der Frage wie gut sie zusammen harmonieren würden oder nicht. Als Bonus gibt es auch die Assimannschaft dieser WM2010. Here we go:

Coach: PAUL - Krakenkönig. In den Olymp mit ihm! Assistenten Vincent RAVEN mit seinem Kultraben CORAX und MARADONA.

Tor: BENAGLIO - Stach aus einem ansonsten ärgerlichen Schweizer Team heraus. Das ist eine bemerkenswerte Leistung. Ausserdem will ich mindestens ein weisses Kreuz in meinem Team der WM. Jemand anderes als der Torwart kommt da nicht in Frage. Im Assiteam hingegen schon... Auf der Bank CASILLAS - Steigerte sich im Verlauf der WM massiv, San Iker! Und NEUER - Die Ruhe in Person.

Linker Verteidiger: LAHM - Ja, ich habe es registriert, Lahm spielte rechts. Die letzten gefühlt 20 Jahre spielte er jedoch gerne und gut auch über links, so wie an der WM2006 mit seinem legendären Tor im Eröffnungsspiel gegen Costa Rica. Die linke Seite ist generell schwächer besetzt und deshalb muss Lahm bei mir die Seite wechseln. Abwehrgott mit 81 % angekommenen Pässen. Auf der Bank VAN BRONCKHORST - Spielte solide WM und schoss ein Traumtor. Karriereende im Finale. Würdigung.

Zentrale Verteidiger: PIQUE - herrliches Stellungsspiel, stark auf Kopfbälle, schöne Ballbehandlung, überlegen im Zweikampf... und 1987 geboren. What a talent! und FRIEDRICH - Absteiger mit Hertha und engagierter Überflieger mit Deutschland. Arne zeigte eine fantastische Leistungssteigerung. Auf der Bank - PUYOL die Kampfsau (ok, ihn auf die Bank zu setzen wäre mutig) und - JUAN der sympathische Brasilianer. - LUGANO gefiel mir auch.

Rechter Verteidiger: RAMOS - Eine überragende WM vom Verteidiger und Flügelläufer von Real Madrid. Wie Pique noch sehr jung (1986), sorgte er ständig für Gefahr bei seinen Angriffen über rechts. Fantastisch mit dem Kopf auch bei Standardsituationen. Auch defensiv verbessert gegenüber früher. Ramos kann auch sorglos in der Innenverteidigung eingesetzt werden. Auf der Bank MAICON - Dieser Typ muss eine Lunge haben wie Paul die Krake in die Zukunft sehen kann... übermenschlich.

Abfangjäger: Schwierig. Ich gehe mit VAN BOMMEL - Vieles gefiel mir gar nicht und ich frage mich manchmal ob dieser Typ auch Einfühlungsvermögen kennt. Sein Einsteigen ist oftmals kriminell. Aber genau dafür steht er in meinem Team. Wäre göttlich wenn er noch ein etwas kontrollierter wäre manchmal. Auf der Bank INLER - Noch ein Schweizer muss sein. Wenn ein Feldspieler dann er.

Spielmacher: SCHWEINSTEIGER - Eine der grössten Überraschungen für mich. Ok, er war schon das ganze Jahr bei Bayern stark verbessert, das hatte sogar ich bemerkt. Aber an dieser WM kam jetzt nochmals ein enormer Qualitätssprung. Schweinsteiger ist ein Chef geworden. Herrlich. Auf der Bank XAVI - der Unvermeidliche. Seine Ballführung, Übersicht und Passfähigkeit grenzen an Poesie. Auch wenn ich das ungerne sage. Deshalb sitzt er auch auf der Bank hinter Schweini muahaha.

Linker Flügel: Wieder ziemlich schwierig. Hier spielt bei mir KUYT - Spieler wie das unermüdliche Arbeitstier von den hässlichen Reds braucht eine Mannschaft. Lauf Forest, lauf! Auf der Bank KP BOATENG - for the love of my homie the Wedding G!

Trequartista: SNEIJDER - Wie Xavi kann er sensationelle lange Bälle schlagen. Und er ist unsagbar torgefährlich. Ich liebe Wesley und ich tat es immer seit er bei Ajax war. Über Jahre habe ich geträumt wie er bei Milan im Mittelfeld Regie führen würde. Dann war er immerhin bei Real. Und jetzt? Silvio fahr zum Teufel. Complimenti Inter. Auf der Bank MESSI - Zwar ohne Tor und vergleichsweise glanzlos aber er bleibt der legendäre Pulce. Ihn nicht mitzunehmen wäre eine bodenlose Frechheit und ein Tritt gegen die Schönheit des Fussballs.

Rechter Flügel: MÜLLER - Nicht Gerd der Bomber sondern Thomas der Goldene Schuh der WM2010. Der absolute Aufsteiger, himmlisch! Wie habe ich vor Entzücken gejubelt bei den Konterzügen der Deutschen. Und Müller war nicht selten massgeblich beteiligt. Auf der Bank ROBBEN - the flying Dutchman. Ok, die beiden vergebenen Konter im Finale wiegen schwer. Das war jammerschade! Hätte Robben das Finale entschieden wäre er wohl vor MÜLLER in der Startelf. Aber Gott straft sofort und jetzt muss er schmoren mua!

Stürmer: VILLA - Schon wieder und ich versprech's der letzte Iberer. Ich hasse es, dass Villa nächste Saison auch bei den Culés spielen wird. Arrrrrr. Deadly. Das sagt alles. Auf der Bank FORLAN - ohne ihn ist Uruguay nichts. Punkt. Mag nicht mehr loben will jetzt fluchen...



Das Assiteam: GREEN (Hauptsache Engländer) - EVRA (Capitan der Jammerlappen) / ZWEI NORDKOREANER OR WHATEVER / BEHRAMI (Die Welt braucht Sündenböcke) - HUGGEL (Würde auch hier stehen wenn er wider Erwartung gut gespielt hätte), GOURCUFF (Eigentlich liebe ich ihn, umso mehr bin ich bitterlich enttäuscht. Come on!) - RIBERY (Jahr zum Vergessen Alter!), DECO (Ehm, ja, auch da?), RONALDO (Spieglein Spieglein an der Wand...) - ROONEY (Geh mal in Pub boxen du Sau!)

...und an der Seitenlinie schläft DOMENECH. Assistiert von Alpo SUHONEN.

Ok der mit Rooney ist unter der Gürtellinie, es tut mir Leid. Eigentlich fine ich den Wayne ja Kult, er spielt bloss am falschen Ort. Everton wär entschieden geschmackvoller. Auf die Bank mag ich erst gar nicht mehr eingehen. Zuviel bekannte Namen lümmeln hier herum. Es ist eine Schande!

Egal. Ich freue mich auf die EM2012! Auf geht's in den Wilden Osten...

Mittwoch, 7. Juli 2010

Calamari oder Philosophenkönig?

Was nun? Wir haben zwei Möglichkeiten: Entweder gibt's morgen Calamari oder aber wir berufen Paul in den Stand des Philosophenkönigs.


Ihn zu Calamari zu verarbeiten klingt im ersten Moment äusserst vernünftig und überdies unverschämt lecker. Allerdings muss ich dann an dieser Stelle doch auf Parallelen zwischen Paul und Sokrates verweisen. Auch Sokrates ging den Bürgern Athens mit seiner unheimlichen und provokativen Weisheit gelinde gesagt auf die durch die hellenische Hitze wohl bereits arg strapazierten Nerven. So erstaunt es nicht, dass sein unrühmliches Ende der Tod durch den Giftbecher wurde. Sokrates war seiner Zeit und der Stadt Athen voraus. Er überforderte sie - verständlicherweise muss ich dazu sagen.

Konklusion? Verspeisen wir Paul morgen zum Abendessen, dann beweisen wir ungeniert, dass wir in über 2000 Jahren europäischer Menschheitsgeschichte absolut keine zivilisatorischen Fortschritte erzielt haben. Eine jämmerliche Vorstellung? Nun, wer will schon Philosophenkönige wie Paul, wenn man Calamari haben kann. Muahaha. Let's eat that MF!

P.S. Ich bin der Meinung, Paul sieht Sokrates auch äusserlich verblüffend ähnlich muahaha.

P.P.S. Wenn ich mich an Oliver Kahn erinnere, wie er bei ZDF bereits wenige Tage vor dem Halbfinale Deutschland gegen Spanien unsäglich überheblich über das deutsche Finale gegen die Niederlande laferte, muss ich mich fast mit Paul freuen.

Samstag, 3. Juli 2010

Schland oh Schland

Herrlich: 35 Grad kalt im tiefsten Berliner Schatten und 11 Atzen für Schland!



Die WM war lange jämmerlich und jetzt ist sie so fantastisch! Erinnert sich noch jemand daran, dass man vom europäischen Skandal sprach? Von der südamerikanischen Dominanz gar? Ja genau, 3 von 4 Halbfinalisten aus Europa. Schland oh Schland!

Freitag, 25. Juni 2010

Das grosse L

Schweizer, Landesgenossen - es ist Zeit für das grosse, fette L auf der Stirn. L für "Liebe"? L für "Leidenschaft"? L für "lupenrein"? Leider nein. L für "Looooser". Und wer es ganz unmissverständlich mag addiere noch das auf dem linken Kopf ersichtliche Symbol. Doppelt genäht hält bekanntlich besser. Es ist herrlich wenn man die Kür läuft und die Pflicht vergisst. Eigentlich massiv stilvoll. WM adieu! Auf geht's Deutschland. Ich habe fertig.

Samstag, 12. Juni 2010

Endlich Tshabalala

Endlich wieder WM! Endlich Tshabalala. Beim Anpfiff und Einblenden der Mannschaftsaufstellung dachte ich: Jede WM bringt ihre neuen Stars hervor. Wenn heute einer Kultpotenzial hat, dann muss es der Angreifer der Kaizer Chiefs sein - mit einem solchen Namen sind nicht alle gesegnet... Wie habe ich gejubelt, als er das erste und sicherlich eines der schönsten Tore des ganzen Turniers erzielte. Fantastisch!

Grund zum Jubeln gibt es aber sowieso reichlich. Das Wetter war in den vergangenen Tagen hochsommerlich. Gestern startete ich den Tag deshalb mit einem Bad im coolen Badeschiff auf der Spree! Ab 8 Uhr morgens geöffnet, finden hier auch sehr regelmässig Sundowner-Parties mit DJs statt. An den kommenden Sonntagen zum Beispiel mit dem Berner Dimlite und danach mit Bugge Wesseltoft & Henrik Schwarz. Selbstverständlich kann man hier auch Fussball "kiecken".

Nachmittags oder am Abend dann bieten sich zwecks Pflege der Fussballkultur Besuche im Kiki Blofeld oder im Garten des about:blank an. Grossleinwände, Grillstände, herrlich kühles Flaschbier, Spreesicht, Sand unter den Füssen... Paradiesische Zustände! Auch die Bar25 wäre ein Kandidat. Allerdings habe ich munkeln hören, dass der Eintritt strenge zehn Euro kosten würde! Erstaunlich für einen Zwischennutzer an der Spree, insbesondere bei einem Slogan wie "Spreeufer für alle" und so. Aber bevor man bösartige Gerüchte in die Welt setzt kontrolliert man besser selbst.

Bei uns auf dem Dach sah Berlin vorgestern so aus:

Noch ein paar aktuelle Anspieltipps für die heimische Grillparty auf dem Balkon oder im Garten:

1) Surfer Blood - "Astro Coast" (Toller US-Indie-Pop!)
2) Connan Mockasin - "Please Turn me into the Snat" (Entspannte Psychedelica)
3) Konono No. 1 - "Assume Crash Position" (Africa!)

Sonntag, 9. Mai 2010

It's the Chelsea boys!

Wer weiss, was das Schloss unten mit dem herrlichen englischen Meister - the famous Chelsea FC - zu tun hat, ist Kult!

Donnerstag, 15. April 2010

Hamburg lohnt sich!

Vorgestern habe ich behauptet, dass der Fisch auf Usedom nicht selten fettig, in Hamburg hingegen köstlich serviert werde. Diese wertvolle Erfahrung haben wir auch in der Bullerei gemacht. Im neuen Restaurant vom bekannten deutschen Fernsehkoch (Alarmglocke?) Tim Mälzer kommen die Involtini vom Wolfsbarsch mit Kartoffelfenchelpürée und Kräutersalsa für 14 Euro auf den flotten Holztisch. Den meisten Köchen auf Usedom möchte ich herzlich empfehlen, sich diese Freude selbst einmal zum Gaumen zu führen...

Erfreulicherweise, und das ist wirklich aufmunternd, war das Dinieren in der Bullerei von A bis Z eine grosse Freude. Da habe ich im Restaurant eines anderen Kochstars, Ivo Adam, schon deutlich andere Erfahrungen machen müssen. Und überhaupt: Hamburg verwöhnte uns mit vielen Leckereien. Steak & Frites im sensationellen Café Paris waren ebenso vorzüglich wie das arabische Schawarma für 3 Euro im Schanzenviertel.

Voll des Lobes bin ich eigentlich für die ganze Hansestadt. Wir haben sogar mit dem Gedanken gespielt, ob wir nach Hamburg umziehen sollen um von dort nach Berlin an die Uni zu pendeln... Ein Sakrileg? Well, Berlin gilt ja gemeinhin als übercool und superkreativ. Und das ist es ja eigentlich auch. Aber ich hatte den Eindruck, dass Hamburg diese Attribute auch vorweisen kann. Sankt Pauli, die Schanze - allesamt kaum weniger hip als etwa Friedrichshain oder Kreuzkölln. Es soll mir jedenfalls keiner mit der Simon-Dach-Strasse kommen, boring!

Was die Metropole an Elbe und Alster ebenso hat ist Geld. Und das sieht man. Gegenden wie etwa die Viertel an der Aussenalster fehlen mir manchmal in Berlin, welches sich ja gerne mit dem Slogan "Arm aber Sexy" verkauft. Ist dann Hamburg vielleicht "Reich und Sexy"? Wie dem auch sei. Meines Erachtens weist Hamburg momentan eine auf mich ganz anziehende Mischung aus Hipness und Eleganz auf.

Weshalb wir nun trotzdem noch in Berlin leben? Nun, hier ist es halt doch auch nicht sooo übel. Zum Beispiel hat es ganz, ganz viele herrliche Spätis wo man zu praktisch jeder Tageszeit ein Flaschbier kaufen kann. Ein unheimliches Privileg! Und wahrscheinlich bietet die Stadt dem Studenten auf Dauer doch noch mehr als die deutsche Medienhauptstadt Hamburg. Vor allem: sensationell tiefe Preise in allen wichtigen Lebensbereichen wie Wohnen und Döner. Das ist vielleicht das Hauptargument pro Berlin! Und die beiden grossen Fussballclubs Hertha und HSV, ein weiterer wichtiger Aspekt, spielen in beiden Städten in etwa gleich unattraktiv. Das 0:0 in Hamburg gegen den Abstiegskandidaten Hannover 96 war jedenfalls eines der jämmerlichsten Spiele, die ich Zeit meines Lebens habe ertragen müssen. Da lobe ich mir fast schon die Hertha; hier in Berlin spielt immerhin der Gegner oft gross auf...

Eines steht jedoch zweifelsfrei fest: Hamburg ist ein Muss!







Bei Gelegenheit werde ich einen separaten Blogeintrag über das Stadtentwicklungsgebiet der HafenCity verfassen.