Sonntag, 11. Juli 2010

Cityscapes: Miami






Die Fotos - aufgenommen von verschiedenen Fotografen - stammen von skyscrapercity.com.

Cityscapes: Los Angeles






Die Fotos - aufgenommen von verschiedenen Fotografen - stammen von skyscrapercity.com.

Samstag, 10. Juli 2010

Bequem ist anders...

Sehr geehrte Damen und Herren, willkommen zum Wetter auf Puschkinallee!

Wie Sie sicherlich auch schon bemerkt haben, hat uns der Hochsommer zurzeit massiv im Würgegriff. Die Flammen der Hölle reichen, sozusagen, bis hinauf nach Kreuzberg - Luzifer feuert streng ein unten in seinem trostlosen Souterrain. Dieses fahrlässig übermotivierte Verhalten sorgt dafür, dass hier oben in Berlin heute Samstag, dem 10. Juli 2010, 36 Grad gemessen werden. Fantastisches Wetter um beim Schreiben eines Blogs mit den Unterarmen am Schreibtisch festzukleben.

Wie Sie, geschätzte Leidensgenossen, zu Hause vor dem Computer sehen können, zeichnet sich das Wetter nicht nur durch teuflische Hitze aus, sondern langweilt überdies ebenso mit einer absurden Eintönigkeit:

Doch nicht genug der Superlative! Berlin wird morgen bei lähmenden 38 Grad auch das absolute Hitzezentrum Europas sein.

Die hochsommerliche Situation wird dadurch verstärkt, dass eigentlich kein (!) Regen fällt. Gemäss Messungen sind im Juni, welcher ebenfalls deutlich zu heiss ausgefallen ist, gerade einmal 6 % des durchschnittlichen monatlichen Niederschlages gefallen. In absoluten Werten: Jämmerliche 4 Liter pro Quadratmeter. Das bisherige Minimum war 5.1 - im Jahre des Herrn 1883 wohl verstanden. Dementsprechend steppenhaft trocken sieht es auch aus.

Und um die Zahlenaktrobatik für Sie noch weiter zu spielen: Im Januar wurden in Berlin -22 Grad gemessen, morgen Sonntag 38 Grad. Man rechne. Die Differenz beträgt ungeheuerlich stolze 60 Grad! In diese Sinne, frohes Fest.

Mittwoch, 7. Juli 2010

Calamari oder Philosophenkönig?

Was nun? Wir haben zwei Möglichkeiten: Entweder gibt's morgen Calamari oder aber wir berufen Paul in den Stand des Philosophenkönigs.


Ihn zu Calamari zu verarbeiten klingt im ersten Moment äusserst vernünftig und überdies unverschämt lecker. Allerdings muss ich dann an dieser Stelle doch auf Parallelen zwischen Paul und Sokrates verweisen. Auch Sokrates ging den Bürgern Athens mit seiner unheimlichen und provokativen Weisheit gelinde gesagt auf die durch die hellenische Hitze wohl bereits arg strapazierten Nerven. So erstaunt es nicht, dass sein unrühmliches Ende der Tod durch den Giftbecher wurde. Sokrates war seiner Zeit und der Stadt Athen voraus. Er überforderte sie - verständlicherweise muss ich dazu sagen.

Konklusion? Verspeisen wir Paul morgen zum Abendessen, dann beweisen wir ungeniert, dass wir in über 2000 Jahren europäischer Menschheitsgeschichte absolut keine zivilisatorischen Fortschritte erzielt haben. Eine jämmerliche Vorstellung? Nun, wer will schon Philosophenkönige wie Paul, wenn man Calamari haben kann. Muahaha. Let's eat that MF!

P.S. Ich bin der Meinung, Paul sieht Sokrates auch äusserlich verblüffend ähnlich muahaha.

P.P.S. Wenn ich mich an Oliver Kahn erinnere, wie er bei ZDF bereits wenige Tage vor dem Halbfinale Deutschland gegen Spanien unsäglich überheblich über das deutsche Finale gegen die Niederlande laferte, muss ich mich fast mit Paul freuen.

Sonntag, 4. Juli 2010

Slowing down!

Immer wieder denke ich: Jetzt steht unmittelbar ein heftiges Gewitter bevor. Nur um eine halbe Stunde später wieder einen fahl blauen Himmel über mir zu sehen. Kurz mal recherchiert entdecke ich, dass die jährliche Niederschlagsmenge in Berlin zirka 580 mm beträgt. In Bern beträgt sie, wenn ich mich nicht irre, etwas über 1300 mm pro Jahr. Man rechne.

Es ist deshalb wenig verwunderlich, dass die Temperaturen nun schon seit Tagen kaum unter die 30-Grad-Marke fallen. Auch heute nicht: Gewitter in der Schweiz, Gewitter in Westdeutschland, 34 Grad Hitze in Berlin!

Auch gestern, beim fantastischen Fussballklassiker Deutschland gegen Argentinien, brannte die Sonne rücksichtslos auf Berlin. Bei dieser flimmernden Grossstadthitze muss das Tempo gedrosselt werden! Deshalb habe ich mir heute, gerade noch rechtzeitig vor dem Sonnenzenit, eine Ambient-CD gebrannt. Nichts passt so schön zu einem durch die Kraft der Sonne paralysierten Zustand wie sphärische Ambientflächen!

1) Shades of Orion (Pete Namlook & Tetsu Inoue) - Liquid Shade
2) The Young Gods - Arcia
3) Reagenz - Du bist hier!
4) MLO - Sleeper
5) Link - Amenity
6) Autechre - Overand

Die einzelnen Tracks sind wahrscheinlich bei iTunes, Beatport oder einem anderen Musikdealer im Internet kaufbar. Zusammen ergeben sie 76 Minuten Hochsommer!

Wenn ich schon beim Thema bin: Das House- und Ambient-Album "Playtime" von Reagenz (Move D & J. Sharp), erschienen auf dem sensationellen Label Workshop, gibt es bei iTunes Schweiz für läppische 8 Franken. Die CD war extrem limitiert und ist ausverkauft. Dringende Kaufempfehlung!


Summer in Berlin I love you.

Samstag, 3. Juli 2010

Schland oh Schland

Herrlich: 35 Grad kalt im tiefsten Berliner Schatten und 11 Atzen für Schland!



Die WM war lange jämmerlich und jetzt ist sie so fantastisch! Erinnert sich noch jemand daran, dass man vom europäischen Skandal sprach? Von der südamerikanischen Dominanz gar? Ja genau, 3 von 4 Halbfinalisten aus Europa. Schland oh Schland!

Freitag, 2. Juli 2010

Schlemmen am Chamissoplatz

Neulich waren wir zum Essen am Chamissoplatz. Doch der Reihe nach. Der Chamissoplatz ist ein Platz und ein dazu gehöriges Gebiet im Westen Kreuzbergs. Es entstand ab 1877 im Zuge der Berliner Industrialisierung und in Ergänzung des Berliner Hobrechtplanes - nach dem legendären Stadtplaner James Hobrecht - auf dem bis dahin landwirtschaftlich genutzten Nordhang der Tempelhofer Felder. Die Gebäude wurden gemäss dem Milieuschutz der Stadt Berlin in der Regel von Handwerksmeistern nach Einheitsgrundrissen erstellt und die Fassaden suchte man, dem lächerlichen Zeitgeschmack entsprechend, nach Katalogvorlagen aus! Dieser fast durchgehend in der Zeit von 1880 bis 1900 erbaute Stadtteil war in seiner einheitlichen Bebauung mit klassizistischen Fassaden bis zu Beginn der geglückten Sanierungen Ende der 1970er weitgehend erhalten geblieben. Heute steht das Gebiet um den Chamissoplatz meines Erachts völlig zurecht unter Denkmalschutz:


Auch unter Denkmalschutz stehen sollte das Bergmannstrassenfest, welches jeweils gegen Ende Juni hier statt findet. Oder mindestens die Köche, welche an diesem Fest zaubern! Denn direkt auf dem malerischen Platz gibt nicht sonderlich spektakuläres Festzelt, an welchem man ohne besseres Wissen gerne vorbei gehen würde. Bleibt man stehen finden sich im Innern Strassenküchen der besten und bekanntesten Restaurants von Kreuzberg. Strassenküche am Chamissoplatz bedeutet jedoch Haute Cuisinie. 'Strasse' sind nur die Preise! Bei Herrn Ciccarella von der Bar Centrale gönnten wir uns deshalb einen wunderbaren Bacalà auf venezianische Art, gefolgt von perfekt gerösteten Wachtelbrüstchen auf Belugalinsen mit Minze von Andreas Staak aus dem Restaurant Noi Quattro. Das nenne ich eine innovative Idee für ein Stadtfest!

Wenn ich diese Zeilen verfasse läuft mir schon wieder das Wasser im Mund zusammen. Heute Abend gibt es bei 33 Grad in Berlin glücklicherweise eine kalte Gazpacho mit spanischem Roséwein. Und dazu Musik von Tame Impala:

Freitag, 25. Juni 2010

Das grosse L

Schweizer, Landesgenossen - es ist Zeit für das grosse, fette L auf der Stirn. L für "Liebe"? L für "Leidenschaft"? L für "lupenrein"? Leider nein. L für "Looooser". Und wer es ganz unmissverständlich mag addiere noch das auf dem linken Kopf ersichtliche Symbol. Doppelt genäht hält bekanntlich besser. Es ist herrlich wenn man die Kür läuft und die Pflicht vergisst. Eigentlich massiv stilvoll. WM adieu! Auf geht's Deutschland. Ich habe fertig.

Montag, 21. Juni 2010

"Short" in Fussball

Wie kann man das tiefe Niveau einer Fussball-WM zu seinem eigenen Nutzen entwickeln? Indem man in der gewonnen Zeit - viele Spiele schaue ich mir erst gar nicht mehr an oder ich schalte den Ton nach den ersten zehn erbärmlichen Spielminuten aus - zu einem spannenden und lehrreichen Buch greift. Ein solches ist meiner Meinung nach das neue Werk des Amerikaners Michael Lewis:


In diesem bisher nur auf Englisch erschienenen "Thriller" beschreibt Lewis auf spannende und, wenn man die Komplexität des Themas berücksichtigt, verständliche Art und Weise die Entstehungsgeschichte der vor allem auf dem US-Immobilienmarkt beruhenden weltweiten Finanzkrise von 2008. Erfreulicherweise schildert er die Geschichte aus der Perspektive einzelner involvierter Akteure; Akteure, welche die Krise kommen sahen und damit ein Vermögen erwirtschafteten. Eine lesenswerte Rezension und inhaltliche Zusammenfassung dieses empfehlenswerten Buches gibt es hier auf der Webseite der ZEIT.

P.S. Ich bin spätestens seit dem heutigen Spiel der Schweizer gegen Chile "short" in dieser WM!

Samstag, 12. Juni 2010

Endlich Tshabalala

Endlich wieder WM! Endlich Tshabalala. Beim Anpfiff und Einblenden der Mannschaftsaufstellung dachte ich: Jede WM bringt ihre neuen Stars hervor. Wenn heute einer Kultpotenzial hat, dann muss es der Angreifer der Kaizer Chiefs sein - mit einem solchen Namen sind nicht alle gesegnet... Wie habe ich gejubelt, als er das erste und sicherlich eines der schönsten Tore des ganzen Turniers erzielte. Fantastisch!

Grund zum Jubeln gibt es aber sowieso reichlich. Das Wetter war in den vergangenen Tagen hochsommerlich. Gestern startete ich den Tag deshalb mit einem Bad im coolen Badeschiff auf der Spree! Ab 8 Uhr morgens geöffnet, finden hier auch sehr regelmässig Sundowner-Parties mit DJs statt. An den kommenden Sonntagen zum Beispiel mit dem Berner Dimlite und danach mit Bugge Wesseltoft & Henrik Schwarz. Selbstverständlich kann man hier auch Fussball "kiecken".

Nachmittags oder am Abend dann bieten sich zwecks Pflege der Fussballkultur Besuche im Kiki Blofeld oder im Garten des about:blank an. Grossleinwände, Grillstände, herrlich kühles Flaschbier, Spreesicht, Sand unter den Füssen... Paradiesische Zustände! Auch die Bar25 wäre ein Kandidat. Allerdings habe ich munkeln hören, dass der Eintritt strenge zehn Euro kosten würde! Erstaunlich für einen Zwischennutzer an der Spree, insbesondere bei einem Slogan wie "Spreeufer für alle" und so. Aber bevor man bösartige Gerüchte in die Welt setzt kontrolliert man besser selbst.

Bei uns auf dem Dach sah Berlin vorgestern so aus:

Noch ein paar aktuelle Anspieltipps für die heimische Grillparty auf dem Balkon oder im Garten:

1) Surfer Blood - "Astro Coast" (Toller US-Indie-Pop!)
2) Connan Mockasin - "Please Turn me into the Snat" (Entspannte Psychedelica)
3) Konono No. 1 - "Assume Crash Position" (Africa!)